Mittagessen

1. Wie wird das Mittagessen finanziert?
Bei der Finanzierung der Mittagsverpflegung im Ganztag gilt:
  • Grundsätzlich: Übernahme der Kosten für das Mittagessen durch die Eltern
  • Anspruchsberechtigung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz oder wegen Bedürftigkeit: Antrag auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket nach § 28 SGB II/§34SGBXII/§ 6b BKGG bei der Stadt oder der Kommune
2. Worauf muss bei der Auswahl der Speisen geachtet werden?
Gemeinsames Essen verbindet und fördert den Zusammenhalt in einer Gemeinschaft.
Zur besseren Integration der Flüchtlinge sollte auf religiöse Speisevorschriften beim Speisenangebot Rücksicht genommen werden. Während im Christentum keine Nahrungsmittel grundsätzlich verboten sind, gibt es im Islam oder Judentum z. T. strenge Speisenvorschriften. Allerdings lassen sich beispielsweise halal-zertifizierte Lebensmittel meist nur im örtlichen Einzelhandel finden und nicht ohne Weiteres im Großhandel. Bedenkenlos können jedoch Mahlzeiten aus
  • Obst und Gemüse (auch Tiefkühlkost),
  • Fisch,
  • Nudeln, Reis und Getreide, wie z. B. Grünkern,
  • Ei,
  • Milch, Joghurt (ohne Gelatine) und Quark, sowie
  • allen pflanzlichen Fetten, Ölen und Butter
angeboten werden. Diese Speisen könnten analog zur Kennzeichnung von Allergenen auf dem Speiseplan entsprechend ausgewiesen werden.

In jedem Fall sollte mit den Betroffenen das Gespräch gesucht werden.
Angebotsalternativen können dazu beitragen, dass für jede Schülerin und jeden Schüler ein passendes Gericht zur Wahl steht (z. B. Fleischgericht, vegetarisches Gericht).
3. Wie können Schülerwünsche bei den Mittagsangeboten berücksichtigt werden?
Eine gute Möglichkeit der Partizipation bietet die Beteiligung am Speiseplan. Dies eröffnet den Schülerinnen und Schülern zudem Erfahrungsräume, sodass sie eigene ernährungsbezogene Kompetenzen entwickeln und praktisch umsetzen können.

Beispiele:
  • Einbeziehung eines multikulturellen Schülergremiums bei der Speiseplangestaltung
  • Abfrage der Lieblingsgerichte der Schülerinnen und Schüler, bei der die Speisen durch Abbildungen bzw. Fotos veranschaulicht werden, sodass auch Flüchtlingskinder ihre Favoriten wählen können und viele Schülerinnen und Schüler neue, noch unbekannte Gerichte kennenlernen können
  • Kochen nach Rezepten der Flüchtlinge, z. B. im Rahmen eines Aktionstages „Über den Tellerrand – Essen wie im Orient“
  • Beteiligung bei der Raumgestaltung, z. B. landestypische Dekoration der Mensa
4. Wie geht man mit Schwierigkeiten um, die aus den unterschiedlichen kulturellen Hintergründen oder Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler resultieren (z. B. Ablehnung unbekannter Speisen)?
Vielen Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund sind die deutsche Tisch- und Esskultur zunächst fremd.

Beispiele zur Unterstützung der Eingewöhnung:
  • Visualisierung von festen Ritualen und Regeln in der Mensa durch Symbole; dies stiftet Gemeinsachftsgefühl und sorgt für eine ruhige Atmosphäre in der Mensa
  • Vorbilder, die Tischsitten vermitteln, z. B. Mensa- bzw. Ernährungstutoren und Lehrkräfte, die gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern essen
  • Berücksichtigung fremder Tischsitten im Sinne interkultureller Bildung, z. B. in Form eines Projekttages, an dem man nur mit der rechten Hand isst
  • Abbau der ablehnenden Haltung gegenüber unbekannten Speisen durch Verkostung , regelmäßige Anregung, Neues zu probieren (z. B. durch aktive Ermunterung seitens der Lehrkraft), etc.

Ansprechpartner

Referatsleitung

Grundschule

Mittelschule

Realschule

Gymnasium