Daten zu Neuzugewanderten an bayerischen Schulen

1. Wie viele Flüchtlinge besuchen bayerische Grund- und Mittelschulen?
Die meisten geflüchteten Kinder und Jugendlichen im vollzeitschulpflichtigen Alter besuchen die Grund- und Mittelschulen. In der Hauptinformationsquelle, den Amtlichen Schuldaten, gibt es keine Informationen zum Aufenthaltsstatus der Schülerinnen und Schüler. Es kann jedoch die Zahl der im Ausland geborenen und neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler sowie deren Staatsangehörigkeit ermittelt werden. Dies gibt Hinweise darauf, welche Kinder und Jugendlichen vermutlich einen Fluchthintergrund haben.

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die erst während des laufenden Kalenderjahres bis Oktober nach Deutschland zugezogen sind und am 1. Oktober eine bayerische Grund- oder Mittelschule besuchen, hat sich zwischen 2010 und 2015 versiebenfacht. Im Oktober 2015 besuchten rund 15.600 Neuzugewanderte eine Grund- oder Mittelschule. Damit waren 1,8 % aller Grundschülerinnen und -schüler und 3,9 % aller Mittelschülerinnen und -schüler erst im Laufe des Kalenderjahres 2015 nach Deutschland zugewandert. Im Jahr 2016 ist die Zahl der neuzugewanderten Kinder und Jugendlichen an Grund- und Mittelschulen erstmals deutlich zurückgegangen. Diese Entwicklung hat sich fortgesetzt. Im Oktober 2017 besuchten insgesamt 10.300 Neuzugewanderte eine Grund- oder Mittelschule in Bayern und damit ähnlich viele wie im Jahr 2014.
 
Abbildung:
Neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler an Grund- und Mittelschulen in den Schuljahren 2010/11 bis 2017/18 in Bayern
Bild vergrößern
Quelle: Amtliche Schuldaten des Bayerischen Landesamtes für Statistik

2. Woher kommen die neuzugewanderten Schülerinnen und Schüler?
Im Oktober 2017 waren von den Schülerinnen und Schülern an Grund- und Mittelschulen 10.316 im Laufe des Kalenderjahres zugewandert. Dies sind 1,6 % der Gesamtschülerschaft und rund 3.100 Personen weniger als im Vorjahr und 5.300 Personen weniger als vor zwei Jahren. Rund 51 % der neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler kommen aus der EU, 30 % aus Asien und 12 % aus dem übrigen Europa. Die häufigsten Herkunftsländer sind Syrien (16,5 %), Rumänien (11,1 %), Kroatien (9,6 %), Deutschland (6,8 %), Bulgarien (4,9 %) und der Irak (4,0 %).

Der im Vergleich zum Jahr 2015 deutliche Rückgang neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler wird vor allem durch folgende Herkunftsregionen getragen: übriges Europa (- 1.892 Personen), die Krisenländer Afghanistan, Irak und Syrien (- 1.546 Personen) , Europäische Union (-1.508 Personen). Verglichen mit 2016 hat sich die Zahl neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler aus Afghanistan, dem Irak und Syrien mehr als halbiert.
 
Abbildung:
Neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler an Grund- und Mittelschulen in den Schuljahren 2010/11 bis 2017/18 in Bayern nach Herkunftsregion
Bild vergrößern
Quelle: Amtliche Schuldaten des Bayerischen Landesamtes für Statistik

3. Wie viele Kinder und Jugendliche erhalten Sprachförderung an Grund- und Mittelschulen?
Die Zahl der Übergangsklassen (Information Übergangsklassen) und der so geförderten Schülerinnen und Schüler hat sich in den Jahren 2010 bis 2016 etwa versiebenfacht. Seitdem ist die Zahl der Übergangklassen wie auch der Schülerinnen und Schüler gesunken. Im Oktober 2017 wurden rund 8.600 Kinder und Jugendliche in 596 Übergangsklassen unterrichtet.
 
Abbildung:
Zahl der Übergangsklassen und der darin geförderten Schülerinnen und Schüler in den Schuljahren 2010/11 bis 2017/18 in Bayern
Bild vergrößern
Quelle: Amtliche Schuldaten des Bayerischen Landesamtes für Statistik
Darüber hinaus wurden im Oktober 2016 rund 53.000 Kinder und Jugendliche in 6.600 Deutschförderkursen (Information Deutschförderkurse) ergänzend zum regulären Deutschunterricht in ihrem Spracherwerb unterstützt.

Weitere rund 7.100 Schülerinnen und Schüler besuchten in ausgewählten Fächern insgesamt 643 Deutschförderklassen (Information Deutschförderklassen) (Quelle: Amtliche Schuldaten des Bayerischen Landesamtes für Statistik).

Auch diese beiden Förderangebote wurden 2016 weiter ausgebaut.
4. Wie viele Jugendliche besuchen Berufsintegrationsklassen an Berufsschulen?
Im Oktober 2017 besuchten rund 15.500 Jugendliche eine der 932 Berufsintegrationsklassen (BIK) an bayerischen Berufsschulen (Information Berufsintegrationsklassen). Dies sind rund 1.500 Personen weniger als im  Vorjahr Die Zahl der BIK-Klassen ist um 16 zurückgegangen.

Seit dem Schuljahr 2016/17 gibt es BIK-Klassen auch an Wirtschaftsschulen, Berufsfachschulen und Fachoberschulen.

Wie schon im Vorjahr, kamen auch im Oktober 2017 die Jugendlichen in BIK-Klassen überwiegend aus Asien, hier insbesondere aus den Krisenländern Afghanistan, Syrien und dem Irak sowie aus Afrika.
 
Abbildung:
Jugendliche in Berufsintegrationsklassen (inklusive Sprachintensivklassen) nach Herkunftsregion im Oktober 2017 in Bayern
Bild vergrößern
Quelle: Amtliche Schuldaten des Bayerischen Landesamtes für Statistik