Zusammenarbeit mit Eltern

1. Wie erfahren Eltern von der Schulanmeldung?
Für alle Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter besteht 3 Monate nach der Registrierung (BAMF) Schulpflicht. Die Eltern werden per Post über die Schulanmeldung (meist Sprengelschule) informiert.
2. Was ist bei der Schulanmeldung mit fremdsprachigen Eltern zu beachten?
Wenn möglich, wird ein Dolmetscher oder eine Dolmetscherin hinzugezogen (z. B. Schülerinnen/Schüler, Eltern), um die grundlegenden Informationen (Geburtsdatum, -ort, etc.) zu erhalten. Bei Schwierigkeiten können die Daten beim Schulamt erfragt werden.

Um ausführlichere Informationen über das Kind und seinen Hintergrund (z. B. Sprachstand, Schulbildung, etc.) einzuholen, können mehrsprachige Anamnesebögen eingesetzt werden. In diese Bögen tragen die Eltern relevante Informationen zu ihrem Kind ein. Die Fragestellung ist jeweils auf Deutsch und in der Fremdsprache abgedruckt. Die Antworten müssen dann natürlich übersetzt werden. (Unter der Suchkategorie „mehrsprachiger Anamnesebogen“ finden sich Angebote im Netz.)
3. Wie erhalten die Eltern die wichtigsten schulischen Informationen?
Eine enge Zusammenarbeit der Schulleitung und aller betroffenen Lehrkräfte mit den Eltern unterstützt den Kommunikationsfluss.

Der Elternflyer informiert über Grundlagen wie Stundenplan, Entschuldigung bei Erkrankungen, Schulmaterialien, Ansprechpartner, bayerisches Schulsystem, etc.

(Elternflyer in arabischer Sprache)

 
Informationen zum Schulsystem sind auf der Homepage des Kultusministeriums erhältlich.
4. Gibt es unterstützende finanzielle Mittel für den Einsatz von Dolmetschern?
Um Schulen unbürokratisch und flexibel unterstützen zu können, standen erstmals 2016 erhebliche finanzielle Mittel für Drittkräfte zur Verfügung. Diese Mittel können u. a. für den Einsatz von Dolmetschern für Elterngespräche in Einzelfällen eingesetzt werden.

Um die Mittel nutzen und Maßnahmen anbieten zu können, wenden Lehrkräfte sich an ihre jeweilige Schulleitung. Die Abwicklung erfolgt über die Sachgebiete 43 des jeweiligen Regierungsbezirks.

Genauere Informationen s.
https://www.km.bayern.de/pressemitteilung/9960/nr-047-vom-26-02-2016.html
5. Wie können Eltern in den Sprachlernprozess einbezogen werden?
Das Anlegen eines „Sprachtagebuches“ birgt für alle am Lernprozess Beteiligten einen Vorteil, da hier die Wortschatzerweiterung visuell gut festgehalten werden kann. Einfache Begrüßungs- und Abschiedsformeln, ebenso kurze Sätze zur Vorstellung der eigenen Person, aber auch sprachliche Inhalte wie „Schulsachen“, „Körper“, „Kleidung“, „Obst und Gemüse“, „Tiere“ usw. werden in dieses Arbeitsheft als Bildmaterialien geklebt und beschriftet. Die Beschriftung in deutscher Sprache erfolgt durch die Schülerin/den Schüler selbst oder die Lehrkraft, die Beschriftung in der Herkunftssprache kann die Schülerin/der Schüler oder ein Elternteil vornehmen. 

Diese Vorgehensweise dient zum einen der Wertschätzung der Herkunftssprache und erleichtert zum anderen das Erlernen der deutschen Sprache (Übersetzung visualisiert). Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Eltern den Spracherwerbsprozess mit verfolgen und das Kind darin unterstützen, gleichzeitig aber auch selbst die deutsche Sprache (zumindest Wortschatz) gemeinsam mit dem Kind erwerben können.
6. Wo gibt es Informationsmaterialien für Eltern?
7. Wo können sich Eltern beraten lassen?
  • Agentur für Arbeit
  • Ausländerbehörden der Kommunen
  • Ausländerrechtliche Abteilungen der Bezirksregierungen
  • Ehrenamtliche Unterstützer und Kirchengemeinden
  • Jobcenter
  • Jugendhilfe/Vormundschaften (für U18)
  • Jugendmigrationsdienst
  • Migrations- und Asylsozialberatung der freien Wohlfahrtsverbände
  • Organisationen zur Unterstützung der Flüchtlingsrechte
  • Sozialämter (Asylbewerberleistungsgesetz)