Interkulturelles Lernen im Ganztag

1. Wie kann Wertebildung in den Ganztag eingebracht werden?
Da sich aufgrund verschiedener religiöser und kultureller Hintergründe die Wertesysteme und Verhaltenscodices vieler Schülerinnen und Schüler teilweise unterscheiden, ist es wichtig, Verständnis für die unterschiedlichen kulturellen und vor allem religiösen Weltanschauungen aufzubauen.

Beispiele:
  • Förderung einer „migrationssensiblen Haltung aller Akteure in der Schule“ (vgl. Willkommenskultur)
  • Klassenregeln und -rituale, die durch Symbole im Klassenzimmer visualisiert werden
  • feste Bezugspersonen, die als Vorbild bzw. als Modell fungieren, z. B. Patenschaften, die dem durch Flucht und Heimatlosigkeit verursachten Strukturverlust der Kinder und Jugendlichen entgegenwirken und dabei helfen, tragfähige Kontakte aufzubauen; zum Gelingen trägt das Mehr an Zeit in den Ganztagsklassen bei
  • aktives Zuhören der Lehrkraft – nicht um psychologisch zu arbeiten, sondern vor allem um positive Beziehungserfahrungen zu ermöglichen
  • Schaffen von Freiräumen, z. B. in der Mittagspause und beim freien Spiel, um voneinander zu lernen, miteinander ins Gespäch zu kommen und so kulturelle Distanzen zu überbrücken
  • Ergänzung der Neigungsangebote am Nachmittag durch erlebnispädagogische Spiele
  • interreligiöse bzw. interkulturelle Lerneinheiten oder Rollenspiele, durch die die Empathiefähigkeit der Kinder und Jugendlichen geschult wird und Fragen zu grundlegenden Werten thematisiert werden
  • Demokratieerziehung im Rahmen spezieller Angebote im Ganztag, die außerschulische Lernorte einbeziehen, z. B. Rathaus, Teilnahme an kommunalen Kinderbeteiligungsprojekten (Kinder- und Jugendforum oder Kinder-Aktions-Koffer der Stadt München)

Wertebildung
Politische Biildung / Demokratieerziehung
mehrWERT Demokratie
2. Welche Maßnahmen zur Gewaltprävention können in den Ganztag eingebracht werden?
Oftmals entsteht Gewalt aufgrund mangelnder Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler – egal mit welchem kulturellen Hintergrund. Angebote, die das Miteinander ins Zentrum rücken und im pädagogischen Konzept einer Ganztagsschule verankert werden sollten, helfen

Beispiele:
  • Lerneinheiten zu „Aktivem Zuhören“ oder „Ich-Botschaften“ mit praktischen Übungen
  • Gewaltprävention durch Sprachförderung
  • musische Projekte, die durch ihren Mitmachcharakter verbinden und Barrieren abbauen
  • Paten-Systeme, welche positive Beziehungserfahrungen ermöglichen und so Frustration, Isolation und Gewalt entgegenwirken
  • Streitschlichter, Konfliktlotsen oder Mediatoren sowie die Etablierung eines Klassenrats zur Lösung von Konflikten auf Schülerebene
  • Klassenleiterstunden, „Zeit für uns“-Stunden oder Sozialkompetenztraining
  • Schulsanitätsdienst als ein weiterer Baustein im Rahmen des Konzepts der „gewaltfreien Schule“
Darüber hinaus hat die Lehrerin bzw. der Lehrer als Teil eines multiprofessionellen Teams im Ganztag auch die Möglichkeit, sich mit anderen Teammitgliedern, wie z. B. Schulsozialarbeitern oder Sozialpädagogen, über die Kinder und Jugendlichen sowie deren Wertesysteme und Konfliktlösungsstrategien auszutauschen, individuelle Erziehungsmaßnahmen zu erarbeiten und gemeinsam umzusetzen.

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