Berufsvorbereitung

1. Bedürfen Praktika, die im schulischen Umfeld erfolgen, der Zustimmung durch die Ausländerbehörde?
Betriebliche Praktika, die im Rahmen eines schulischen Bildungsganges absolviert werden, bedürfen nicht der Zustimmung durch die Ausländerbehörden - und dies unabhängig vom Aufenthaltsstatus der Schülerin oder des Schülers. Das Staatsministerium des Innern empfiehlt, Schülerausweise oder andere schriftliche Bestätigungen über das „Praktikum im Rahmen des Schulbesuchs“ mitzuführen, auch um mögliche Irritationen bei zufälligen Kontrollen der Zollfahndung gar nicht erst aufkommen zu lassen.
2. Können die Schülerinnen und Schüler bereits im BIK/V ein Praktikum absolvieren?
In der Regel sind Praktika in der Berufsintegrationsvorklasse noch nicht sinnvoll, da die Deutschkenntnisse meist noch nicht ausreichen. Dennoch können Praktika in Einzelfällen auch im BIK/V zum Einsatz kommen. Dabei muss die Schule festlegen, wann diese Praktika stattfinden.

Für die Berufsintegrationsvorklasse gelten die gleichen ausländerrechtlichen Bestimmungen wie für die Praktika in der BIK:
Die im Rahmen der Erfüllung der Berufsschulpflicht vorgesehenen Praktika erfüllen regelmäßig die Voraussetzungen einer Integration in den schulischen Bildungsgang. Indizien hierfür sind, dass eine Vertragsbeziehung nur zwischen Schule und Betrieb besteht und der Schüler vom Betrieb keine Vergütung erhält. Sie sind unter der Voraussetzung, dass die Tätigkeit lediglich bis zu drei Monate innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten ausgeübt wird, nach § 30 Nr. 2 BeschV nicht als Beschäftigung i.S.d. AufenthG anzusehen. Eine Erlaubnispflicht durch die Ausländerbehörde besteht daher nicht.
3. Dürfen die Schülerinnen und Schüler auch während der Ferien ein Praktikum machen?
Praktika im Rahmen der Berufsintegrationsklassen können durchaus auch in den Ferien stattfinden, sofern der primäre Erholungszweck der Ferien nicht geschmälert wird.
Es gelten dann die üblichen Regelungen auch in Bezug auf den Versicherungsschutz.
4. Müssen die Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen der Berufsorientierung ein Betriebspraktikum durchführen, versichert werden?
In der BIK/V können auch Praktika stattfinden, die den gleichen Regelungen wie in der BIK unterliegen.
Die Unfallversicherung greift auch in den vollzeitschulischen Klassen (nicht nur in den kooperativen Klassen).

Die Regelungen zu Praktika finden sich nunmehr in § 21 BaySchO.
5. Erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Vergütung für das Betriebspraktikum?
Bei einem Betriebspraktikum  besteht ein Vertrag nur zwischen Betrieb und Schule. Die Schülerinnen und Schüler erhalten keine Vergütung vom Betrieb.
6. Wie lange darf ein Betriebspraktikum dauern?
Ein Betriebspraktikum darf maximal 3 Monate innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten dauern.
7. Wie finden meine Schülerinnen und Schüler einen Praktikumsplatz?
Natürlich gibt es mehrere Möglichkeiten, Praktikumsplätze zu akquirieren. Eine einfache und leicht zugängliche Möglichkeit bietet die Online-Plattform „Sprungbrett into work“. Hier bieten bayerische Unternehmen Praktikumsplätze speziell für Jugendliche aus Berufsintegrationsklassen und Übergangsklassen an. Die Schülerinnen und Schüler können dort ihrerseits gezielt nach Praktikumsplätzen in ihrer Umgebung suchen. Das Tool wird vom Wirtschaftsministerium und den Verbänden finanziert und vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. umgesetzt. Derzeit bietet „Sprungbrett into work“ über 2.000 Praktikumsplätze in ganz Bayern an (Stand November 2017).

Sprungbrett into work