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Liebe Leserinnen und Leser unseres Newsletters,
zu Beginn des neuen Jahres wünsche ich Ihnen viel Energie und Begeisterung, die Herausforderungen des Schulalltags zu meistern.

Mit der Umsetzung der neuen Lehrpläne der Fachober- und Berufsoberschule an ihren Schulen unterziehen sich die Lehrpläne, die über mehrere Jahre durch eine Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen aus Ihren Reihen in Zusammenarbeit mit dem Ministerium, den Universitäten und dem ISB erstellt wurden, dem ersten Praxistest. Gleichzeitig werden laufend Materialien zu den Kompetenzbeschreibungen der einzelnen Fächer im Netz als Serviceangebot eingestellt. Dieser Prozess wird eine dauerhafte Herausforderung für die Arbeit unserer Kommissionen darstellen. Für Rückmeldungen und Hinweise zu diesen illustrierenden Materialien sind wir dankbar und freuen uns über einen fruchtbaren Dialog.

Schwerpunkte unserer Arbeit im Jahr 2018 werden weiterhin das Thema Sprache und Beruf, sowie die Herausforderungen durch eine ständig wachsende Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelt sein. Im Rahmen der Kongressreihe der Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz (AG BFN) wird im April eine Tagung in Zusammenarbeit mit der LMU zum Thema Sprache und Beruf in München stattfinden. Nähere Informationen und einen call for papers finden Sie demnächst unter folgender Internetseite: www.agbfn.de.

In der Wirtschaftsschule nimmt das Pilotprojekt „Bilingualer Sachfachunterricht“ konkrete Formen an und für die Berufsschulen werden laufend neue Lehrplanrichtlinien erarbeitet.

Leider mussten wir im letzten Jahr eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen verabschieden, die wieder in den Schuldienst zurückkehrten.
Dies waren Frau Jutta Bremhorst, Frau Christa Funk-Loheit, Frau Sabine Loritz-Endter und Herr Andreas Streinz. Wir wünschen den Kolleginnen und Kollegen viel Erfolg und Freude an ihren neuen Wirkungsbereichen. Neu begrüßen können wir Frau Maria-Anna Hartinger, die den Bereich Wirtschaft von Frau Bremhorst übernommen hat. Eine Erweiterung seines Aufgabenbereichs am ISB hat Herr Markus Schütz erfahren, der seit dem neuen Schuljahr Vollzeitreferent im gewerblich-technischen Referat ist.

Mit den angefügten Informationen möchten wir Ihnen einen kleinen Ausschnitt unserer Tätigkeiten geben, freuen uns auf einen regen Besuch des Internetauftritts des ISB und bedanken uns ganz herzlich für die vielfältige Unterstützung unserer Arbeit – sowohl durch personelle Ressourcen als auch durch vielfältige Anregungen und Hinweise.

i.A.Thomas Hochleitner
Abteilungsleiter Berufliche Schulen
E-Commerce im Einzelhandel
Die Lehrplanrichtlinien für die Fachklassen Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel, Verkäufer/Verkäuferin wurden mit Verfügung vom 12.07.2017 mit Beginn des Schuljahres 2017/2018 für verbindlich erklärt. Die Intension für die Neuordnung kam von Arbeitgeberseite. Im Einzelhandel erfolgt durch die Digitalisierung ein weitreichender Strukturwandel, gleichzeitig nehmen die Umsätze im Online-Handel stetig zu. Dies war für den Handelsverband Deutschland (HDE) ausschlaggebend, nicht nur den künftigen Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau im E - Commerce zu initiieren, sondern auch eine Änderung der Lehrplanrichtlinien für die Fachklassen im Einzelhandel anzuregen. Die Neuerungen finden sich vor allem im Lernfeld „Mit Marketingkonzepten Kunden gewinnen und binden“ wieder. Das Lernfeld wird künftig sowohl in der 11. als auch in der 12. Jahrgangsstufe unterrichtet, so dass sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der zusätzlichen Unterrichtsstunden beispielsweise der Wechselwirkung von stationärem und Online-Handel bewusst werden, als auch in der Lage sind, Online-Shops und Online-Handelsplattformen zu bewerten. Darüber hinaus analysieren sie Produktkataloge als auch Kundenbewertungen von Online-Anbietern. Außerdem kennen sie die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um eigene Produkte online zu stellen. Wichtig für die unterrichtliche Umsetzung ist es, Unterschiede bezüglich der fachlichen Tiefe bei den beiden Ausbildungsberufen Kaufmann/-Kauffrau im Einzelhandel und dem Kaufmann/Kauffrau für E-Commerce zu machen. Die Multiplikatoren für das überarbeitete Lernfeld werden voraussichtlich im Juli 2018 ihre Tätigkeit beginnen. Sie werden unterstützt durch eine Handreichung des ISB, welche Umsetzungsmöglichkeiten im beruflichen Handlungsfeld E-Commerce aufzeigt. Nach aktuellem Stand wird die Handreichung zum gleichen Zeitpunkt veröffentlicht.
Handreichung für Berufsintegrationsvorklassen
Der Materialordner „Kommunizieren und handeln – Lernszenarien für einen alltagsbezogenen Unterricht in Berufsintegrationsvorklassen“ ist ab sofort verfügbar.
In der Handreichung sind 44 Lernszenarien sowie weitere Inhalte, u. a. eine Didaktische Jahresplanung, ein Portfolio und ein Lesefahrplan, enthalten. Als Umsetzungshilfe der gültigen Lehrpläne und durch einen progressiven Aufbau in der Grammatik- und Wortschatzvermittlung stellt der Materialordner einen Ankerpunkt für den Unterricht in einem Schuljahr der BIK/V dar.
Handreichungen Berufsintegrationsvorklassen
Arbeitskreis Wirtschaft 4.0
Schon heute sind große Bereiche unserer Lebens- und Arbeitswelt digitalisiert.
Diese rasante Entwicklung der Digitalisierung aller Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche fordert von den verantwortlichen Institutionen im Berufsbildungssystem aktive, konzeptionelle Ansätze zur Entwicklung und Sicherung seiner Zukunftsfähigkeit.

Aus diesem Grund wurde im Schuljahr 2016/17 nach mehreren Vorbesprechungen mit dem Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, den Fachmitarbeitern der Regierungen und den Vertretern der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) in der Abteilung Berufliche Schulen des ISB der Arbeitskreis Wirtschaft 4.0 ins Leben gerufen.

Der Arbeitskreis, der sich aus Vertretern von Universitäten und Hochschulen, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und aus Lehrkräften an beruflichen Schulen im gewerblich-technischen sowie kaufmännischen Bereich zusammensetzt, hat die primäre Aufgabe, die Analyse von Lehrplanrichtlinien und Lehrplänen der beruflichen Erst- und Zweitausbildung mit Blickrichtung „Industrie 4.0“ zu unterstützen, um auch künftig eine praxisnahe Ausbildung im Sinne der „Industrie 4.0“ sicherstellen zu können.

Gerade dieser Begriff ist bekanntermaßen nicht so einfach fass- und greifbar, weshalb die Arbeit der beteiligten Kolleginnen und Kollegen durchaus als Pionierarbeit angesehen werden kann.

Das Portfolio der Analysemöglichkeiten der Lehrplanrichtlinien und Lehrpläne reicht von der bloßen Schwerpunktlegung einzelner Aspekte in Lernfeldern bis hin zu der Gesamtanalyse von Lernfeldern und -gebieten mit komplexeren Analysewerkzeugen.
Insbesondere arbeitet die Abteilung BES in dieser Thematik intensiv mit der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung zusammen, die bereits ein differenziertes und nachhaltiges Fortbildungskonzept anbietet und den Arbeitskreis Wirtschaft 4.0 berät. Die in diesem Arbeitskreis entwickelte Handreichung wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 zur Verfügung stehen.

Berufssprache Deutsch
Das neue Themenportal Berufssprache Deutsch unterstützt alle Lehrkräfte an Berufsschulen und Berufsfachschulen bei der sprachlichen Förderung der Schülerinnen und Schüler in Fachklassen und in der Berufsintegration. Neben  Informationen zum Unterrichtsprinzip Berufssprache Deutsch sind Konzepte zur Sprachbildung sowie Lernszenarien und Methodenbausteine für den Deutsch- und Fachunterricht abrufbar. Das Portal wird laufend mit neuen Unterrichtsmaterialien für die Praxis erweitert.

Link zum Themenportal "Berufssprache Deutsch"
Bilingualer Unterricht an der Wirtschaftsschule
Bilingualer Unterricht wird ab dem Schuljahr 2018/2019 im Rahmen eines Pilotprojektes an elf bayerischen Wirtschaftsschulen angeboten. Mit dem Besuch des bilingualen Sachfachunterrichtes erwerben die Schülerinnen und Schüler eine höhere Fremdsprachenkompetenz, die ihnen in einer zunehmend globalisierten Geschäftswelt zugutekommen wird.
Der bilinguale Unterricht kann in einem der Sachfächer Geschichte/Sozialkunde, Wirtschaftsgeographie oder Übungsunternehmen erfolgen und ist an der drei- und vierstufigen Wirtschaftsschule möglich. Die Schule entscheidet sich hier für eines der genannten Fächer.

Im Rahmen des bilingualen Unterrichtes kommen Lehrkräfte zum Einsatz, die das Fach Englisch in Kombination mit dem jeweiligen Sachfach studiert haben. Somit ist sichergestellt, dass der Unterricht im bilingualen Zug möglichst vollständig in englischer Sprache erfolgt und zugleich Fachinhalte angemessen vermittelt werden können.
Sowohl in Geschichte/Sozialkunde, Wirtschaftsgeographie als auch im Fach Übungsunternehmen wird die Wochenstundenzahl jeweils um eine Stunde erhöht. Im Fach Übungsunternehmen werden somit im bilingualen Zug vier statt fünf Wochenstunden unterrichtet. Die Abschlussprüfung findet nach wie vor ausschließlich in deutscher Sprache statt.

Zur Vorbereitung auf den bilingualen Sachfachunterricht findet zur Vertiefung und Erweiterung des sachfachrelevanten Wortschatzes und zur Einführung in fachspezifische Arbeitstechniken ein Vorbereitungskurs im Umfang einer halben Jahreswochenstunde statt.
Ein Arbeitskreis am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) erarbeitet Materialien und Aufgabenbeispiele. Zudem werden die Lehrkräfte durch eine einwöchige Lehrerfortbildung, die an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) Dillingen stattfindet, unterstützt.
An dem Schulversuch Bilinguale Wirtschaftsschule nehmen folgende Schulen teil:

Oberbayern
·  Staatliche Wirtschaftsschule Garmisch-Partenkirchen
·  Staatliche Wirtschaftsschule Freising
·  Staatliche Wirtschaftsschule Neuburg a.d. Donau

Niederbayern
·  Staatliche Wirtschaftsschule Abensberg

Oberpfalz
·  Staatliche Wirtschaftsschule Eschenbach
·  Städtische Wirtschaftsschule Amberg
·  Private Wirtschaftsschule Breitschaft Regensburg

Oberfranken
·  Staatliche Wirtschaftsschule Coburg

Mittelfranken
·  Städtische Wirtschaftsschule Fürth
·  Städtische Wirtschaftsschule Erlangen

Schwaben ·  Staatliche Wirtschaftsschule Kempten

Wo die Späne fliegen -
Pilotprojekt "Handwerk am Gymnasium"
In einem Gymnasium, in dem die Köpfe rauchen, dürfen auch die Späne fliegen - so etwa ist es der Rede des damaligen Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus, anlässlich der Einweihung der Schreinerwerkstatt des Landschulheims Marquartstein zu entnehmen. Im Schuljahr 2004/2005 startete das bayernweit einzigartige Pilotprojekt „Abitur und Ausbildung“. 2009 legte dann der erste Jahrgang seine erfolgreiche Gesellenprüfung ab.

Mehr als 700 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit das Staatliche Landschulheim Marquartstein im Landkreis Traunstein. Darunter sind momentan 12 Schreinerlehrlinge, zehn Buben und zwei Mädchen, die in einer fünfjährigen Lehrzeit, orientiert am bayerischen Lehrplan für Schreiner eine Ausbildung in der schuleigenen Werkstatt durchlaufen. Die Idee zu einer Ausbildung neben dem Besuch des Gymnasiums hatte der damalige Schulleiter des Landschulheims. Von der 8. bis zur 12. Klasse werden diesen Schülerinnen und Schülern wöchentlich in zusätzlichen 10 Stunden sowohl fachpraktische als auch fachtheoretische Lerninhalte vermittelt. Der Kooperationspartner dieses Modells ist die gewerblich-technische Berufsschule Traunstein. Ergänzt wird die Ausbildung noch von drei überbetrieblichen Maschinenkursen. Somit kommen die Auszubildenden auf die für Abiturienten vorgeschriebenen zwei Ausbildungsjahre – und deshalb gilt der Gesellenbrief auch erst nach bestandenem Abitur. Einen Lehrlingslohn bekommen sie während der Ausbildung nicht. Den vier Werkstätten der Schule, in die alle fünften Klassen hineinschnuppern dürfen, wollte man mehr Gewicht verleihen. Denn neben der Schreinerei gibt es eine Töpferei, eine Gärtnerei und eine Elektrowerkstatt. Ein wichtiger Teil der Philosophie der Landschulheime ist es, auch mit den Händen zu gestalten. Das Modell war anfänglich auf neun Jahrgangsstufen ausgelegt, mit der Gesellenprüfung in der zwölften und Abitur in der dreizehnten Klasse. Seit Einführung des G8 fällt beides zusammen, so dass die angehenden Schreinerinnen und Schreiner im selben Jahr sowohl die Abitur- als auch die Gesellenprüfung ablegen müssen. Eine enorme Doppelbelastung, die die meisten allerdings mit Ehrgeiz und großer Begeisterung fürs Schreinerhandwerk meistern.
Die Lehre hat viele Vorteile für seine Schützlinge auf ihrem späteren Berufsweg, davon ist Michael Huber überzeugt. Der 55-jährige Schreinermeister leitet diese schuleigene Werkstatt und ist für die praktische Ausbildung zuständig. „Sie lernen strukturiertes Arbeiten, Schritt für Schritt, wie in der dualen Berufsausbildung in Berufsschule und Betrieb.“ Praxisluft schnuppern seine Lehrlinge während der jährlichen, fünfwöchigen Pflichtpraktika in Schreinereibetrieben der näheren Umgebung. Die schuleigene Werkstatt übernimmt aber auch kleinere Aufträge und Reparaturen im Schulhaus und im Landschulheim. So werden die Schülerinnen und Schüler in den handwerklichen Arbeitsprozess eines Schreiners einbezogen, wie dies auch bei Lehrlingen aus der Berufsschule im Ausbildungsbetrieb geschieht.
Die emotionale Krönung dieser besonderen und einzigartigen Ausbildung ist wohl die alljährliche Anfertigung des individuell gestalteten Gesellenstücks, das die Schülerinnen und Schüler dann zusammen mit Ihren Lehrlingskollegen der Berufsschule in Traunstein ihren Eltern, Lehrherren und dem fachkundigen Publikum bei der Freisprechungsfeier präsentieren.

KMK-Zertifikatsprüfung Englisch
Schülerinnen und Schüler an Wirtschaftsschulen, Berufsschulen, Berufsfachschulen und Fachschulen können sich auch 2018 wieder ihre berufsspezifischen Englischkompetenzen zertifizieren lassen.
Neu im Angebot für 2018 sind die Tourismusberufe Stufe 3

Termine 2018 und weitere Informationen
Impressum
Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB)
Abteilung Berufliche Schulen
Schellingstr. 155, 80797 München
E-Mail: abt.bes@isb.bayern.de

Verantwortlich:
Direktorin Dr. Karin E. Oechslein

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- Abteilung Berufliche Schulen

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