eTwinning News


1. Das eTwinning-Qualitätssiegel als Anerkennung guter Praxis
Das Nationale eTwinning-Qualitätssiegel würdigt Lehrkräfte, die mit ihren Klassen oder Kursen hochwertige digitale Kooperationsprojekte mit europäischen Partnerschulen umgesetzt haben. Im Mittelpunkt stehen die pädagogische Qualität der Projektarbeit, der didaktisch sinnvolle Einsatz digitaler Medien sowie die aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler. Anerkannt wird damit nicht nur die Projektidee, sondern vor allem der Lern- und Entwicklungsprozess aller Beteiligten.
Für Schulen in Bayern ist das Qualitätssiegel ein sichtbares Zeichen für eine zeitgemäße, europäisch ausgerichtete Unterrichtspraxis. Projekte können etwa an Themen wie Erinnerungskultur, europäische Geschichte, nachhaltige Entwicklung, Demokratieerziehung oder digitale Medienbildung anknüpfen und so bestehende Schulprofile stärken.
2. Bewerbungsfristen im Schuljahr 2025/26
Lehrkräfte, die im ersten Schulhalbjahr 2025/26 ein eTwinning-Projekt erfolgreich abgeschlossen haben, können sich bis zum 28. Februar 2026 für das Nationale eTwinning-Qualitätssiegel bewerben. Die frühzeitige Frist ermöglicht eine zeitnahe Rückmeldung im März oder April, sodass Auszeichnungen in Schulöffentlichkeit, Kollegium und Schulfamilie unmittelbar aufgegriffen werden können.
Wer diese Frist nicht nutzen kann – etwa, weil Projektdokumentation und Produkte noch überarbeitet werden – hat eine zweite Möglichkeit: Bis zum 30. Juni 2026 können weitere Bewerbungen eingereicht werden. So lassen sich Projektverlauf, Evaluation und Ergebnisaufbereitung gut in schulische Planungsprozesse integrieren.
3. Pädagogischer Mehrwert: Europa, Inklusion, Demokratie, Digitalisierung
eTwinning-Projekte verbinden in besonderer Weise Fachlernen, Sprachbildung, Medienkompetenz und Persönlichkeitsentwicklung. Schülerinnen und Schüler arbeiten mit Peers aus anderen europäischen Ländern zusammen, planen Produkte, führen Recherchen durch, stimmen sich digital ab und präsentieren Ergebnisse. So werden sie zu aktiven „Vermittler:innen der Erinnerung“, wenn sie historische Themen, lokale Biografien oder Gedenkorte aufgreifen und europäisch vernetzt aufbereiten.
Gleichzeitig bieten eTwinning-Projekte Ansatzpunkte für inklusive Lernsettings, etwa durch differenzierte Aufgabenstellungen, vielfältige Produktformen (Text, Audio, Video, Bilder) und kooperative Arbeitsformen. Die demokratische Aushandlung von Ideen im internationalen Projektteam und der reflektierte Einsatz digitaler Werkzeuge fördern zentrale Kompetenzen der Demokratiebildung und der digitalen Bildung.
4. Praktische Hinweise für Lehrkräfte
Für eine erfolgreiche Bewerbung ist eine sorgfältige Dokumentation des Projekts entscheidend: Projektverlauf, Rollen der Beteiligten, eingesetzte digitale Tools, Lernprodukte der Schülerinnen und Schüler sowie Formen der Reflexion sollten nachvollziehbar beschrieben und exemplarisch belegt werden. Dabei hilft es, bereits während der Projektlaufzeit an mögliche Nachweise für das Qualitätssiegel zu denken.
Ebenso wichtig sind datenschutzrechtliche Aspekte: Für die Verwendung von Fotos, Videos, Audios und Zitaten ist die schriftliche Einwilligung der Beteiligten beziehungsweise ihrer Erziehungsberechtigten erforderlich. Schulen sollten darüber hinaus geeignete Löschfristen festlegen und beachten – etwa 3–5 Jahre für Beiträge im schulischen Blog oder auf der Schulwebsite sowie in der Regel etwa 2 Jahre für schulische Social-Media-Posts. So bleiben Transparenz und Rechtssicherheit gewahrt.
5. Weitere Informationen und Unterstützung
Detaillierte Informationen zu Kriterien, Verfahren und zum Online-Bewerbungsformular finden Sie auf der Seite von Erasmus+ Schule im Bereich „Auszeichnungen“ (Infoblatt Nationales eTwinning-Qualitätssiegel). Der Pädagogische Austauschdienst (PAD) und die nationale eTwinning-Koordinierungsstelle bieten darüber hinaus Webinare und Materialien an, die Lehrkräfte bei der Planung, Umsetzung und Dokumentation ihrer Projekte unterstützen.
Das ISB Bayern begleitet Schulen bei der Verankerung von Erasmus+ und eTwinning in Schulentwicklung und Unterricht. Auf isb.bayern.de finden Lehrkräfte Beispiele guter Praxis, Orientierungshilfen zur pädagogischen Einbettung sowie Hinweise zu Fortbildungs- und Beratungsangeboten.