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1. Newsletter Erasmus+ Berufsbildung 2026

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

das neue Jahr beginnt mit guten Neuigkeiten für unser Erasmus+-Netzwerk: 35 der insgesamt 117 Neuakkreditierungen in der beruflichen Bildung gingen nach Bayern. Damit ist die Grundlage für ein nachhaltiges Angebot an Lernmobilitäten für bayerische Schülerinnen und Schüler weiter ausgebaut worden. Wir haben nun 269 akkreditierte Einrichtungen der bundesweit 1.102 im Freistaat. Für diese ausgezeichnete Basis und die damit verbundene Arbeit danken wir Ihnen sehr herzlich - vor allem im Namen der Schülerinnen und Schüler, die von den im Ausland gesammelten Erfahrungen ihr Leben lang profitieren werden.    

Doch auch die aktuellen Entwicklungen zeigen eine deutlich steigende Nachfrage und ein wachsendes Interesse an flexiblen, nachhaltigen Mobilitätsangeboten, wie sich an den Anträgen zur Mittelanforderung zeigt. Dies ist vielleicht die richtige Zeit einen Ausblick auf die nächsten, wichtigen Projektphasen zu erhalten und sich mit neuen Impulsen inspirieren zu lassen.

Mit diesem Newsletter wollen wir mit entsprechenden Informationen dazu beitragen. Aber natürlich können sich aus neuen Ideen auch neue Fragen ergeben und hier helfen wir Ihnen gerne weiter, denn für die Unterstützung Ihrer Arbeit sind wird da.


Viel Spaß beim Lesen!

Robert Stolzenberg und Andreas Heidenreich
Referenten für Erasmus+ Berufsbildung am ISB

Neue Regelungen, neue Ideen

Bereits in unserem letzten Newsletter wiesen wir darauf hin, dass mit dem neuen Programmleitfaden eine wichtige Änderung für das Jobshadowing einhergeht:

Ein Mentor kann von maximal zwei Teilnehmenden gleichzeitig begleitet werden. Damit soll eine Ausdehnung dieser Aktivitätsart auf Delegationsreisen unterbunden werden. 

Eine weitere Änderung wurde von der NA beim BIBB ursprünglich bereits für 2026 angekündigt, dann aber auf 2027 verschoben, also mit Gültigkeit ab den 2027er Projekten: Fachsprachkurse für Schülerinnen und Schüler mit geringen oder fehlenden Anteilen von Praktika sind nicht mehr förderfähig

Vor allem letztere Änderung erfordert, dass viele Schulen ihr Mobilitätsportfolio anpassen, denn vor allem Fachsprachkurse nach Irland oder Malta sind ein weit verbreitetes Angebot. Jedoch zeigten sich hier ohnehin wachsende Herausforderungen, die mit den sehr hohen und stetig steigenden Kosten dieser Destinationen verbunden sind. 

Folgende Impulse sollen Ihnen auf der Suche nach alternativen Mobilitätsformaten helfen:

  • Mobilitätsformate, in denen der Fachsprachkurs der Vorbereitung des Praktikums dient und maximal ein Drittel der Mobilitätsdauer einnimmt, sind weiter förderfähig. Entsprechend wären zwei Drittel der Dauer als Praktikum zu absolvieren. Diese Formate werden natürlich von den bekannten Agenturen angeboten.
  • Sofern Irland aus sprachlichen Gründen als Destination gesetzt ist, sind auch Gruppenmobilitäten mit irischen beruflichen Schulen eine Alternative. Dies setzt einerseits voraus, dass Sie entsprechend den Regelungen für Gruppenmobilitäten ein Programm gestalten und andererseits eine geeignete Partnerschule in Irland finden. Bei der Suche unterstützen insbesondere die regionalen Education and Training Boards (ETBs); eine Übersicht der Regionen finden Sie hier.
  • Natürlich sind Praktika für Schülerinnen und Schüler eine besonders naheliegende und gewinnbringende Alternative. Diese werden von den zahlreichen Agenturen vermittelt, aber auch nicht-kommerzielle Angebote lassen sich finden. Besonders geeignet ist hier die Plattform erasmobility
  • In diesem Zusammenhang lohnt es sich auch zu prüfen, ob ein englischsprachiges Land (Muttersprache) eine zwingende Voraussetzung für Mobilitäten ist. Mit Blick auf die Englisch-Sprachkenntnisse zeigt sich innerhalb Europas ein teils überraschend hohes Niveau, wie etwa der EF English Proficiency Index zeigt. Weltweite Bestwerte erreichen hier die Niederlande. Sofern Sie hier auf der Suche nach einer Partnerschule sind, empfiehlt es sich, nach sogenannten ROC- oder MBO-Einrichtungen Ausschau zu halten. Eine Übersicht finden Sie hier. Für beinahe jede Schule gibt es ein „International Office“, welches Sie dann über die Website der Schule ermitteln können. Doch auch klassische Urlaubsländer wie Kroatien, Portugal oder Griechenland weisen sehr gute Englisch-Kenntnisse auf. Ebenso heben sich einige osteuropäische Staaten in diesem Ranking bemerkenswert ab, wie beispielsweise die Slowakei, Rumänien und Polen. Partner finden Sie hier natürlich über die lokalen Agenturen; aber auch schulische Partner lassen sich gewinnen: Hierzu bietet sich die Suche nach in der beruflichen Bildung akkreditierten Schulen an; hier finden Sie eine entsprechende Suchabfrage für die Slowakei.
Euro: Scheine und Münzen

Budgetsituation

Wie eingangs erwähnt, kamen in der letzten Runde weitere 117 Einrichtungen in den Kreis der nunmehr gut 1.100 akkreditierten Organisationen in der beruflichen Bildung. Damit wächst alleine die Anzahl der Einrichtungen um 10%. Zugleich stellen wir ein enormes Wachstum der Mobilitätszahlen fest, alleine von 2024 auf 2025 betrug der Anstieg der geförderten Teilnehmenden gut 30%, der Vorjahresanstieg war sogar noch höher.

Vor diesem Hintergrund ist absehbar, dass die zur Verfügung stehenden Budgets mit diesem Wachstum nur begrenzt Schritt halten können und Anpassungen voraussichtlich bereits in der aktuellen Runde der Mittelanforderungen bzw. bei Kurzzeitprojekten erforderlich werden. Hintergrund ist, dass die NA beim BIBB für die Leitaktion 1 im Jahr 2025 rund 120,4 Mio. € bereitstellen konnte, während für 2026 etwa 125,8 Mio. € vorgesehen sind – ein Anstieg von lediglich 4,5 %.

Daher ist in diesem Jahr mit einer etwas längeren Bearbeitungszeit der Mittelanforderungen zu rechnen als im Vorjahr, da die geltenden Regeln für die Budgetvergabe sorgfältig angewendet werden müssen und entsprechend umfangreiche Berechnungen erforderlich sind. Zudem ist möglich, dass die bewilligten Finanzhilfen nicht in voller Höhe des beantragten Budgets liegen. Dabei ist zu beachten, dass etwaige Anpassungen nicht gesondert ausgewiesen werden und sich unter Umständen erst im weiteren Projektverlauf, etwa nach Eingaben in das BM, vollständig nachvollziehen lassen. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir Ihnen, eine Hochrechnung des von Ihnen benötigten Budgets vorzunehmen, um diesen Betrag dann mit der gewährten Finanzhilfe vergleichen zu können. Diese Hochrechnung können Sie natürlich mit den oftmals ohnehin vorhandenen Daten in einer Tabellenkalkulation auf Basis der aktuellen Fördersätze erstellen. Alternativ können Sie den Mobilitätsrechner der NA beim BIBB nutzen. 

Checkpoint

Der nächste wichtige Meilenstein für akkreditierte Schulen ist der sogenannte Checkpoint. Dieser findet ein Jahr nach Projektbeginn statt und damit etwa Anfang Juni 2026. Somit wird die Beantragungsfrist voraussichtlich vor den Pfingstferien beginnen. Wann genau der Checkpoint beginnt und wann dieser endet, werden alle in Frage kommenden Schulen per E-Mail von der NA beim BIBB erfahren. 

Die von Ihnen gewünschte Änderung wird dann im BM selbst im Inhaltsmenü unter „Änderungen“ erfasst. Sie erstellen dazu einen „neuen Änderungsantrag“. Bitte reichen Sie den Antrag aber erst innerhalb der Beantragungsfrist ein.

Mögliche Änderungen sind:

  • Eine Verlängerung des Projekts auf 24 Monate und damit bis zum 31.05.2027. Verlängerungen werden in der Regel von der NA beim BIBB gewährt.
  • Eine Reduzierung der Mittel (= Abstockung), die aber nur in begründeten Fällen gewährt werden wird, z. B. durch den Wegfall von Klassen über eine Sprengeländerung.
  • Die Gewährung zusätzlicher Mittel (= Aufstockung), die nur dann gewährt werden kann, wenn der NA beim BIBB entsprechende Gelder zur Verfügung stehen.
Illustration: Hand hält Papier mit Symbolhäkchen

Erasmus+ Dokumente

Wir erhalten häufig Fragen zu den notwendigen Dokumenten im Rahmen einer Erasmus+-Mobilität. Um Sie zu unterstützen, haben wir unser Infoblatt um eine erläuternde Seite erweitert. Diese enthält zudem einen Link zu einer kommentierten Teilnehmendenvereinbarung sowie eine Zusammenfassung der konzeptionellen Hintergründe der Kommission zu den Lernvereinbarungen.

  • Die Lernvereinbarung soll vor der Mobilität unterschrieben werden. Wenn Sie das aktuelle Format der Europass Lernvereinbarung nutzen, dann ist auf Seite 7 allerdings der letzte Satz zu streichen „Die unterzeichnende(n) Einrichtung(en) bestätigt (bestätigen) die Gültigkeit und Richtigkeit der in diesem Dokument enthaltenen Informationen“. 
  • Das Lernergebniszertifikat entspricht exakt der vorher unterschriebenen Lernvereinbarung und wird nach bzw.
    am letzten Tag der Mobilität unterschrieben. Gegenüber der Lernvereinbarung enthält das Lernergebniszertifikat
    den oben genannten Satz.

Fortbildungen

Passend zu den Antragsterminen unterstützen wir Sie neben unserer Beratung mit Workshops und Fortbildungen.

Finanzielle Abwicklung und Projektmanagement von Erasmus+ Projekten. Dieser Workshop soll Sie im Tagesgeschäft Ihrer Projekte begleiten und Sie vor allem bei der finanziellen Abwicklung unterstützen. Die Anmeldung erfolgt über die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) in FIBS.

24. - 26.06.2026 in Dillingen. 

Zusätzlich werden wir für interessierte Kolleginnen und Kollegen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Jugendaustausch noch zwei regionale Workshops durchführen. Diese dienen einerseits der Information über die Förderprogramme, aber vor allem sollen andererseits Vernetzung und ein Austausch guter Praxis stattfinden. Die Anmeldung erfolgt über FIBS:

27.10.2026 in Kulmbach und

10.11.2026 in Kempten.

Vernetzungstreffen vom 30.11. bis 02.12.2026 in Bamberg. Diese Veranstaltung ist mit etwa 60 Teilnehmenden geplant und soll den Austausch unter den Projektträgerinnen und Projektträgern ermöglichen. Nähere Informationen zu Inhalten und zur Anmeldung erhalten alle bayerischen Schulen rechtzeitig vom StMUK.

Impressum

Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB)
Schellingstr. 155, 80797 München
E-Mail: kontakt@isb.bayern.de

www.isb.bayern.de

Verantwortlich: Direktor Dr. Alfons Frey

Die E-Mail-Adresse, von der dieser ISB-Newsletter versendet wird, dient ausschließlich der Distribution und ist keine Kontaktadresse.

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