Organisation der Vernetzung an der Schule
Neben der Ermittlung von methodischen Schnittstellen und fächerübergreifenden Themen ist es auch wichtig zu klären, wie Vernetzung im Schulalltag umgesetzt werden kann. Theoretisch gibt es sehr viele Möglichkeiten, doch ist jede davon mit Abstimmungs- und ggf. Organisationsaufwand verbunden. So ist wenig gewonnen, wenn umfassende Pläne erarbeitet werden, die dann aufgrund der Rahmenbedingungen der Schulart nicht umgesetzt werden können. Daher ist es sinnvoll, zunächst nur ausgewählte Schwerpunkte zu setzen, diese in der Unterrichtsrealität jedoch wirklich mit Leben zu füllen. Nach und nach kann die Vernetzung dann erweitert werden. Wichtig ist dabei insbesondere die Frage, in welcher Form fächerübergreifende Arbeit an der Schule gewinnbringend umgesetzt werden kann.

Eine Orientierung bietet die auf der Grafik dargestellte Übersicht über unterschiedliche Stufen der Vernetzung:
- In einer ersten Stufe geht es darum, im Kollegium ein Bewusstsein für gemeinsame Ziele sowie bereits vorhandene Anknüpfungspunkte einer fächerübergreifenden Arbeit zu schaffen (z. B. durch Visualisierungen wie im Kapitel Vernetzung über ineinandergreifende Fachperspektiven gezeigt). Dies bringt zunächst noch keinen weiteren Abstimmungsaufwand mit sich, kann aber der einzelnen Fachlehrkraft schon Ansätze zur Thematisierung der übergeordneten Ziele bieten.
- Schon stärker vorangetrieben wird die Vernetzung, wenn die Unterrichtsjahresplanung unterschiedlicher Fächer koordiniert wird. Dies beinhaltet zum Beispiel eine Abstimmung darüber, zu welchem Zeitpunkt im Schuljahr eine bestimmte Kompetenz in einem Fach vermittelt wird, um in anderen Fächern darauf aufbauen zu können. Zudem könnte die Reihenfolge der Lernbereiche in der Unterrichtsjahresplanung angeglichen werden, um passende Themen im gleichen Zeitraum bearbeiten zu können.
- Noch effektiver ist die Vernetzung, wenn die Lehrkräfte nicht nur wissen, wann eine bestimmte Methodenkompetenz oder Thematik in einem anderen Fach behandelt wurde, sondern auch, was konkret vermittelt wurde. Verwirklicht werden kann dies durch eine gemeinsame Materialgrundlage (z. B. fächerübergreifende Methodenblätter, kollaborative Tools zum Austausch und gemeinsamen Bearbeiten von Material).
- Die stärkste Form der Vernetzung wäre ein fächerübergreifender Unterricht. Ein solches Vorgehen ist an der Fach- bzw. Berufsoberschule nur vereinzelt möglich und bedarf in der Regel entsprechender organisatorischer Rahmenbedingungen.
Je ausgeprägter die Vernetzung gestaltet wird, umso größere Synergieeffekte können sich ergeben. Zugleich steigt aber auch der Koordinationsaufwand. Deswegen muss je nach Zielsetzung, Rahmenbedingungen und Ressourcen geklärt werden, auf welcher Stufe vernetzt gearbeitet werden soll.
Aufgabenverteilung bei der Etablierung einer vernetzten Unterrichtsjahresplanung an der Schule
Diese Handreichung liefert Anregungen, gibt aber kein bayernweit einheitliches Vorgehen vor. Vielmehr sollten die Schulen Vernetzung passend zu Schulprofil, Bedürfnissen der Schulfamilie und Gegebenheiten vor Ort gestalten. Ggf. sind Vorgaben des StMUK bzw. der MB-Dienststellen zu beachten.
Wichtige Rahmenbedingungen für die Vernetzung sollten folglich auf Schulebene festgelegt werden (Schulleitung, Schulentwicklungs- bzw. QmbS-Team, Fachschaften), um eine effektive und nachhaltige Vernetzung an der Schule zu ermöglichen. Dies kann die Festlegung der methodischen bzw. thematischen Schwerpunkte, organisatorische Strukturen (z. B. einheitliche Terminierung der Einführung bestimmter Methoden, Themen) und ggf. die Erstellung fachübergreifender Materialien betreffen. Dadurch ergibt sich für die Unterrichtsjahresplanung der Lehrkräfte ein Grundgerüst, das ggf. durch fachschaftsinterne Festlegungen (z. B. gemeinsame Leistungsnachweise, Lernsituationen etc.) ergänzt wird. Folgende Aufgabenverteilung bietet sich dabei an:
| Aufgabe | Zuständigkeit |
|---|---|
| Benennung und Priorisierung zentraler Zielsetzungen der Vernetzung unter Einbezug des Kollegiums | SET/QmbS-Team Schulleitung |
| Ermittlung der Anknüpfungspunkte in der Unterrichtsjahresplanung der einzelnen Fächer und Verankerung von fächerübergreifenden Lerneinheiten in den unterschiedlichen Jahrgangsstufen | SET/QmbS-Team, ggf. Arbeitsgruppe(n) Fachschaften |
| Abstimmung von Materialien aufeinander (z. B. einheitliches Layout) / Erarbeitung gemeinsamer Materialien | Fachlehrkräfte (ggf. Arbeitsgruppen) Abstimmung mit Fachschaften |
| Klärung der organisatorischen Umsetzung und ihrer Verbindlichkeit für die Lehrkräfte (z. B. Termine, Tools für die Abstimmung, Dokumentation/Visualisierung) | SET/QmbS-Team ggf. Arbeitsgruppe(n) Schulleitung |
Abbildungsnachweis
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