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Symbolbild: Menschen, die neue Ideen kompetenzorientiert ausprobieren
  • ISB Prisma - Magazin für Schule & Unterricht
  • Unterrichtsjahresplanung an der FOSBOS
Symbolbild: Ideen-Glühbirne und bunte, zerknüllte Papierbälle

Kapitel 1

Merkmale der Unterrichtsjahresplanung

Symbolbild: Ideen-Rakete, die abhebt.

Kapitel 2

Chancen der Unterrichtsjahresplanung

Concept of successful task completion

Kapitel 3

Flexible Möglichkeiten zur Umsetzung der Unterrichtsjahresplanung

Symbolbild: Menschen, die neue Ideen kompetenzorientiert ausprobieren

Kapitel 4

Von der einzelnen zur vernetzten Unterrichtsjahresplanung

Symbolbild: Menschen, die neue Ideen kompetenzorientiert ausprobieren

Vernetzung über methodische Schnittstellen

Illustration: Angestellte teilen im Büro Gedanken und Ideen

Vernetzung über ineinandergreifende Fachperspektiven

Symbolbild: Menschen, die neue Ideen kompetenzorientiert ausprobieren

Organisation der Vernetzung an der Schule

Symbolbild: Menschen, die neue Ideen kompetenzorientiert ausprobieren

Gemeinsames Aufgabenmanagement mit digitalen Tools

Symbolbild: Menschen, die neue Ideen kompetenzorientiert ausprobieren

Sichtbarmachen der fächerübergreifenden Vernetzung im Klassenzimmer

Von der einzelnen zur vernetzten Unterrichtsjahresplanung

Die Unterrichtsjahresplanung nimmt zunächst vor allem den Unterricht eines Faches in einem Schuljahr in den Blick. Doch ist es für ein effektives und nachhaltiges Lernen erforderlich, über diesen Tellerrand hinauszublicken und Unterricht überfachlich vernetzt zu denken. Dies spiegelt sich konkret in zahlreichen mitunter von außen an die Fach- und Berufsoberschulen herangetragenen Anforderungen wider, die den Rahmen des einzelnen Fachunterrichts sprengen und daher nur fächerübergreifend bewältigt werden können. Dies betrifft zum Beispiel: 

  • die Vermittlung fächerübergreifender Medienkompetenzen vor dem Hintergrund einer sich dynamisch entwickelnden digitalen Lebenswelt (z. B. zunehmende Verfügbarkeit digitaler Schülerendgeräte im Rahmen des Programms „Digitale Schule der Zukunft“, rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz, sich wandelnde Medienlandschaft)
  • politische Bildung und Wertebildung vor dem Hintergrund der zunehmenden Herausforderungen für freiheitlich-demokratische Gesellschaften (z. B. Verfassungsviertelstunde)
  • Bildung für Nachhaltige Entwicklung (orientiert an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN)
  • die Anforderungen einer zeitgemäßen Prüfungskultur (z. B. Vermeidung einer Überforderung der Klassen durch mehrere parallel ablaufende Projektarbeiten)
  • aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen mit Einfluss auf den Schulalltag (in den letzten Jahren u. a. Corona-Pandemie, Kriege, Krisen)

Herausforderungen bei der Etablierung von Vernetzung

Im Unterrichtsalltag der Fach- und Berufsoberschulen bringt eine fächerübergreifend vernetzte Unterrichtsjahresplanung allerdings Herausforderungen mit sich. So ist wenig gewonnen, wenn diese nur auf dem Papier steht, in der Realität aber nicht mit Leben gefüllt werden kann. Daher muss ein Bemühen um fächerübergreifende Kooperation die konkreten Umsetzungsschwierigkeiten an der Schulart berücksichtigen und Lösungen dafür entwickeln. Dies betrifft insbesondere: 

  • unterschiedliche Herangehensweisen der Fächer: Ein Hindernis für die Vernetzung kann die Wahrnehmung sein, dass bestimmte Themen oder Methoden zwar in mehreren Fächern behandelt werden, das konkrete Vorgehen jedoch unterschiedlich ist. So ist ein in einem Fach genutztes Methodenblatt möglicherweise nicht einfach übertragbar auf andere Fächer. Hinzu kommt, dass die Lehrkräfte in der Regel nicht hinreichend mit fachfremden Lehrplänen, Methoden oder Stoffinhalten vertraut sind, um diese im Unterricht aufzugreifen. Eine Antwort auf dieses Problem liefert das Kapitel Vernetzung über methodische Schnittstellen. Es zielt darauf ab, beim Methodeneinsatz einerseits fächerübergreifende Schnittstellen zu identifizieren und andererseits fachspezifische Besonderheiten herauszustellen. 
  • zeitlicher und organisatorischer Aufwand für Absprachen: Gerade für Lehrkräfte, die in vielen Klassenteams eingeteilt sind, ist die erforderliche Abstimmung nur schwer zu leisten. Unterstützung können hier digitale Tools zum effektiven kollaborativen Arbeiten bieten, die im Kapitel Gemeinsames Aufgabenmanagement mit digitalen Tools vorgestellt werden. Zudem ist die Etablierung günstiger organisatorischer Strukturen an der Schule wichtig, was im Kapitel Organisation der Vernetzung an der Schule thematisiert wird.
  • begrenzte Spielräume durch organisatorische Gegebenheiten: Organisatorische Hürden wie die Praktikumsphasen, das verkürzte Schuljahr der Abschlussklassen oder die Anforderungen von Leistungsnachweisen und Abschlussprüfung engen die Spielräume für ein fächerübergreifendes Arbeiten an der Fach- und Berufsoberschule ein. Deswegen ist es sinnvoll, sich auf das realistisch Machbare zu konzentrieren. 

Mehrwert und Machbarkeit als zentrale Faktoren für gelebte Vernetzung

Ein erster wichtiger Schritt zu einer vernetzten Unterrichtsjahresplanung besteht darin, an der Schule zu klären, in welchen Bereichen eine Vernetzung vorangetrieben werden soll. Zwar können die Lehrkräfte einzelner Klassenteams individuell Vereinbarungen treffen, doch erleichtert es die Arbeit enorm, wenn Vernetzung schulweit gedacht wird und die entsprechenden Strukturen geschaffen werden.

Denkbar wäre es natürlich, an der Schule (ggf. mit KI-Einsatz) eine Art „Masterplan” aller möglichen Verknüpfungen zu erarbeiten, die die Lehrpläne bieten. Der Gedanke einer vollständigen Systematik ist bereits bei den Querverweisen im LehrplanPLUS angelegt und lag auch dem Konzept des Mediencurriculums zugrunde. Allerdings besteht bei einem solchen Vorgehen die Gefahr, dass auf dem Papier eine aufwendige Planung betrieben wird, die dann im Unterrichtsalltag nicht mit Leben gefüllt werden kann. 

Insofern sind für eine gelebte fächerübergreifende Vernetzung zwei Prinzipien wichtig: 

  • Mehrwert: Der Aufwand für die Etablierung von Vernetzung wird vor allem dann in Kauf genommen, wenn sie von den Beteiligten tatsächlich als Mehrwert empfunden wird. Ein solcher ist dann gegeben, wenn sich Erleichterungen für den Unterricht ergeben oder relevante Problemstellungen angegangen werden können, die die Möglichkeiten des einzelnen Faches übersteigen. 
  • Machbarkeit: Der beste Plan hilft nichts, wenn die beteiligten Lehrkräfte ihn organisatorisch nicht umsetzen können. Aus diesem Grund ist zu empfehlen, statt einer umfassenden Systematik ausgewählte Formen der fächerübergreifenden Arbeit an der Schule zu etablieren, die dann aber im Unterrichtsalltag auch tatsächlich verwirklicht werden. Diese können sukzessive erweitert werden.

Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, sich bei der vernetzten Unterrichtsjahresplanung nicht von Lehrplänen oder theoretischen Rahmenkonzepten leiten zu lassen, sondern den Status quo an der Schule als Ausgangspunkt zu nehmen. Leitfragen können dabei sein: 

  • Wo sind in der Schulorganisation bzw. Unterrichtsgestaltung bereits Ansätze gegeben, die ein fächerübergreifendes Arbeiten begünstigen?
  • In welchen Bereichen sehen wir einen echten Bedarf bzw. Mehrwert durch eine Vernetzung?

Dieser Prozess sollte von der Schulleitung mitgetragen werden und kann von Seiten des Schulentwicklungs- bzw. QmbS-Teams oder einer fächerübergreifenden Arbeitsgruppe geleitet werden. Auf jeden Fall sollten auch die Perspektiven der unterschiedlichen Fachschaften berücksichtigt werden. Genauere Hinweise zur Aufgabenverteilung finden sich im Kapitel Organisation der Vernetzung an der Schule.

Doch worin genau kann der Mehrwert eines fächerübergreifenden Arbeitens liegen? Um diese Frage genauer zu beleuchten, ist die Unterscheidung von zwei Logiken des fächerübergreifenden Zusammenwirkens sinnvoll: die Vernetzung über methodische Schnittstellen sowie anhand ineinandergreifender Fachperspektiven. Beide werden in den folgenden Kapiteln näher erläutert.

Vorheriger Artikel:

Flexible Möglichkeiten zur Umsetzung der Unterrichtsjahresplanung

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