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Concept of successful task completion
  • ISB Prisma - Magazin für Schule & Unterricht
  • Unterrichtsjahresplanung an der FOSBOS
Symbolbild: Ideen-Glühbirne und bunte, zerknüllte Papierbälle

Kapitel 1

Merkmale der Unterrichtsjahresplanung

Symbolbild: Ideen-Rakete, die abhebt.

Kapitel 2

Chancen der Unterrichtsjahresplanung

Concept of successful task completion

Kapitel 3

Flexible Möglichkeiten zur Umsetzung der Unterrichtsjahresplanung

Symbolbild: Menschen, die neue Ideen kompetenzorientiert ausprobieren

Kapitel 4

Von der einzelnen zur vernetzten Unterrichtsjahresplanung

Symbolbild: Menschen, die neue Ideen kompetenzorientiert ausprobieren

Vernetzung über methodische Schnittstellen

Illustration: Angestellte teilen im Büro Gedanken und Ideen

Vernetzung über ineinandergreifende Fachperspektiven

Symbolbild: Menschen, die neue Ideen kompetenzorientiert ausprobieren

Organisation der Vernetzung an der Schule

Symbolbild: Menschen, die neue Ideen kompetenzorientiert ausprobieren

Gemeinsames Aufgabenmanagement mit digitalen Tools

Symbolbild: Menschen, die neue Ideen kompetenzorientiert ausprobieren

Sichtbarmachen der fächerübergreifenden Vernetzung im Klassenzimmer

Flexible Möglichkeiten zur Umsetzung der Unterrichtsjahresplanung

Wie im vorherigen Kapitel gezeigt definieren bestimmte Kernmerkmale die Unterrichtsjahresplanung. Nicht gewinnbringend ist jedoch die Vorgabe einer starren Form, in der diese erfolgen soll (z. B. Tabelle mit genau festgelegtem Aufbau). Vielmehr haben Schulen, Fachschaften und Lehrkräfte die Möglichkeit, ihre Planung an schulinterne Gepflogenheiten, Anforderungen des Faches oder pädagogische Leitlinien anzupassen. Die Struktur ist also flexibel gehalten, sodass eine individuelle Gestaltung und Erweiterung jederzeit möglich ist – ohne dabei auf die verbindlichen Kernmerkmale zu verzichten. 

Dabei bieten digitale Tools zahlreiche Möglichkeiten zur bedürfnisgerechten Aufbereitung der Unterrichtsjahresplanung. Im Folgenden werden verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten vorgestellt. 

Auszug aus einer Unterrichtsjahresplanung in Tabellenform

Unterrichtsjahresplanung in Tabellenform

Als klassische Umsetzungsmöglichkeit bietet sich eine Tabelle mit unterschiedlichen Spalten an, die in ihrer Strukturierung an die Anforderungen des jeweiligen Faches angepasst wird. 

Auszug aus einer Unterrichtsjahresplanung in Tabellenform

Unterrichtsjahresplanung in Tabellenform

Neben den Kernkategorien (Zeitangabe, Lernbereich/Kompetenzerwartungen, konkretisierte Inhalte) können bei der Unterrichtsjahresplanung in Tabellenform zusätzliche Kategorien genutzt werden, die methodische Schwerpunkte, Medieneinsatz, Differenzierungsmöglichkeiten, Aspekte der Vernetzung oder fachspezifische Besonderheiten in den Mittelpunkt stellen. Auch die zeitliche Einteilung der Zeilen kann fachspezifisch variieren. So kann es in manchen Fächern bzw. Unterrichtsszenarien sinnvoll sein, wochenweise zu planen, während der Unterricht in anderen Fächern über mehrwöchige Lerneinheiten strukturiert wird. 

Praktisch ist es, wenn die verwendete Software über eine Funktion verfügt, um Teile des Textes aus- und einzuklappen (z. B. Gliederungsfaltung). So kann die Übersichtlichkeit erhöht werden, indem nur die jeweils relevanten Bereiche angezeigt werden.

Beispiel für das Fach Pädagogik/Psychologie (PP)

Eine mögliche Strukturierung der Tabelle wird exemplarisch anhand einer Planung für die Lernbereiche 1 und 2 im Fach Pädagogik/Psychologie in der 11. Klasse der Fachoberschule aufgezeigt.

Als günstig hat sich zu Beginn der Tabelle neben der Nennung des Faches und der Jahrgangsstufe ein kurzer Überblick über das Schuljahr mit der Angabe der Zahl der zu unterrichtenden Stunden, der Schulwochen, der Leistungsnachweise und ggf. einer kleinen Legende erwiesen.

Die einzelnen Spalten können dann unterschiedlich genutzt werden. Im vorliegenden Beispiel werden in der ersten Spalte die Unterrichtswochen eingetragen. Hier wäre alternativ auch die Nennung eines konkreten Datums möglich (mit dem Nachteil, dass dieses jedes Jahr angepasst werden müsste).

Die zweite Spalte gibt die Nummer des Lernbereichs laut den Vorgaben des Lehrplans an.

In der dritten Spalte werden dann die Kompetenzen genannt, die in der Lerneinheit bzw. jeweiligen Woche im Vordergrund stehen. Hierbei sollten über die Kompetenzerwartungen des Fachlehrplans hinaus auch überfachliche Kompetenzen mitbedacht werden. 

Die vierte Spalte dient der Darstellung der Inhalte der jeweiligen Lerneinheit. Diese können teilweise aus dem Lehrplan entnommen werden, müssen aber häufig noch konkretisiert werden. 

Die fünfte und sechste Spalte können je nach Anforderungen des Faches unterschiedlich gestaltet werden. Im Beispiel für PP wird in Spalte 5 (methodische Schwerpunkte / Medien) deutlich, dass sowohl eine Verlinkung von Unterrichtsmaterialien (z. B. über eine Cloud der Fachschaft oder Lehrkraft) möglich ist als auch die Verlinkung auf übergeordnete methodische Materialien. Auch Verknüpfungen zu Prüfungsformaten lassen sich hier sinnvoll integrieren, sodass eine Orientierung und Qualitätssicherung innerhalb der Fachschaft erreicht werden kann. Auf diese Weise kann die Fachschaft einen gemeinsamen Pool an Unterrichtsmaterial teilen, ohne die einzelne Lehrkraft in ihrer Strukturierung einzuengen. Bei einer Veränderung der Jahresplanung müssten die Materialien in der Cloud nicht umstrukturiert, sondern lediglich die Links in der Tabelle neu angeordnet werden. Letztendlich bleibt es die Entscheidung der einzelnen Lehrkraft, wie sie ihren Unterricht gestaltet und durchführt. Gerade für neue Kolleginnen und Kollegen kann aber eine solche Struktur Orientierung und Hilfestellungen bieten.

Die sechste Spalte zeigt im vorliegenden Beispiel unterschiedliche weitere Vernetzungsmöglichkeiten. So ist eine fächerübergreifende Zusammenarbeit etwa zwischen PP und der fachpraktischen Ausbildung (fpA) zu erkennen. Zudem werden Handlungssituationen verlinkt, die sich über mehrere Unterrichtsstunden erstrecken. Eine vernetzte Jahresplanung liefert zudem die Möglichkeit, überfachliche methodische Impulse zu geben, beispielsweise zum Thema kollaboratives Schreiben.

Beispiel für das Fach Mathematik

Wie die Tabellenform an die Anforderungen des jeweiligen Faches angepasst werden kann, zeigt ein weiteres Beispiel für die Lernbereiche 1, 2 und 4 des Faches Mathematik Nichttechnik in der 11. Klasse der FOS. Die Besonderheit ergibt sich durch den Wechsel zwischen den zwei Fachbereichen Analysis und Stochastik. So empfiehlt es sich in diesem Fach, die Planung an den Leistungsnachweisen auszurichten und dabei beide Fachbereiche zu berücksichtigen. Gekennzeichnet werden kann dies durch die Farbgebung.

Im Fach Mathematik zeigen sich mehrere methodische und inhaltliche Anknüpfungspunkte für die Vernetzung mit anderen Naturwissenschaften, aber auch mit wirtschaftswissenschaftlichen Fächern. Auch Verlinkungen zu einem Aufgabenpool im Internet oder einer gemeinsamen Cloud sind möglich und wünschenswert. Zusätzlich können in der Spalte 6 Verlinkungen zu Unterrichtsinhalten der Verfassungsviertelstunde eingearbeitet werden. 

Screenshot aus einer Unterrichtsjahresplanung mithilfe einer digitalen Pinnwand für PuG in der Jahrgangsstufe 12

Unterrichtsjahresplanung mit einer digitalen Pinnwand

Als Alternative kann auch eine digitale Pinnwand zur Unterrichtsjahresplanung genutzt werden. Diese Variante bietet insbesondere bei Fächern Vorteile, die eine gewisse Flexibilität hinsichtlich der Reihenfolge der Lerneinheiten im Schuljahresverlauf mit sich bringen.

Screenshot aus einer Unterrichtsjahresplanung mithilfe einer digitalen Pinnwand für PuG in der Jahrgangsstufe 12

Unterrichtsjahresplanung mit einer digitalen Pinnwand

Digitale Pinnwände stellen unterschiedliche Strukturen zur visuellen Anordnung von Karteikarten bereit. Für die Unterrichtsjahresplanung bietet sich ein Spaltenlayout an, das wie folgt gestaltet werden kann: 

  • Die größeren Unterrichtssequenzen werden als Überschriften der jeweiligen Spalten angegeben. 
  • Die einzelnen Stunden bzw. Lerneinheiten innerhalb der Sequenz werden in der Spalte durch Karteikarten mit einer Angabe der Wochendauer notiert.
  • Zu jeder Stunde/Lerneinheit werden auf der Karteikarte Angaben zu Lehrplanbezug, Inhalten, Vernetzungen etc. notiert und Verlinkungen zum Material angebracht. Aus Gründen der Übersichtlichkeit empfiehlt es sich dabei, einen Ansichtsmodus mit ausklappenden Karteikarten zu wählen. So können die ausführlichen Informationen nur für die Karteikarten angezeigt werden, die gerade benötigt werden. 
  • Eine genaue kalendarische Festlegung für die einzelnen Sequenzen kann dann in jedem Schuljahr neu über Datumsangaben auf der Spaltenüberschrift vorgenommen werden. Falls eine andere Reihenfolge vorgenommen werden soll, können einzelne Karteikarten oder ganze Spalten leicht verschoben werden. Dies ermöglicht eine schnelle Anpassung.

Beispiel für das Fach Politik und Gesellschaft (PuG)

Veranschaulicht werden kann der Mehrwert dieser Form der Unterrichtsjahresplanung an einem Beispiel für das Fach PuG in der 12. Jahrgangsstufe der FOS (Passwort: UJP PuG).

Die einzelnen Karteikarten können geschlossen oder ausgeklappt werden. Die Darstellung kann also übersichtlich auf die jeweils relevanten Aspekte fokussiert werden. 

Im hier angeführten Beispiel wird die Sequenz zu den Parteien bzw. Interessenvertretungen vor der Wertgebundenheit des Grundgesetzes und den Verfassungsprinzipien behandelt. Diese Reihenfolge bietet sich insbesondere in Schuljahren an, in denen bereits im Herbst Wahlen stattfinden. So kann die Kompetenzerwartung des Parteienvergleichs zielführend und mit Lebensweltbezug umgesetzt werden. In anderen Schuljahren erscheint es aber möglicherweise sinnvoll, erst generell in das Grundgesetz und die Verfassungsprinzipien einzuführen, bevor auf die Parteien eingegangen wird. In einem solchen Fall kann die Anordnung über die digitale Pinnwand in nur wenigen Sekunden verändert werden. 

Klassennotizbuch mit den Lernbereichen ganz links, den Inhalten in der Mitte und Kompetenzerwartungen sowie Materialien rechts.

Unterrichtsjahresplanung mit digitalem Notizbuch

Für Kolleginnen bzw. Kollegen, die bereits mit digitalen Notizbüchern arbeiten, empfiehlt es sich, diese auch für die Unterrichtsjahresplanung zu nutzen.

Klassennotizbuch mit den Lernbereichen ganz links, den Inhalten in der Mitte und Kompetenzerwartungen sowie Materialien rechts.

Unterrichtsjahresplanung mit einem digitalen Notizbuch

Digitale Notizbücher wie OneNote, GoodNotes, Evernote oder Notion bieten Möglichkeiten, Materialien zu sammeln und zu sortieren. So werden diese von vielen Lehrkräften zur Verwaltung und ggf. auch Bereitstellung ihrer gesamten Unterrichtsmaterialien genutzt. In einem solchen Fall liegt es nahe, die Unterrichtsjahresplanung nicht an anderer Stelle auszuarbeiten, sondern direkt in das Notizbuch zu integrieren. Dies kann dadurch ermöglicht werden, dass Angaben zu Lehrplanbezügen, inhaltlichen und methodischen Schwerpunkten, Vernetzung etc. hinzugefügt werden.

Dadurch kann die Planung sowohl mit dem Materialpool als auch mit Unterrichtsverlaufsplanungen einzelner Stunden kombiniert werden.

Wenn das digitale Notizbuch auch zur Bereitstellung von Materialien für Schülerinnen und Schüler eingesetzt wird (wie z. B. beim Klassennotizbuch), ist ggf. ein differenziertes Management der Zugriffsrechte auf einzelne Seiten erforderlich: So kann definiert werden, ob Bereiche nur für Lehrkräfte einsehbar sind oder auch Lernende Lese- bzw. Schreibrechte haben.

Auszug aus einem digitalen Whiteboard mit integrierten Projektmanagementtools

Unterrichtsjahresplanung mit einem digitalen Whiteboard

Digitale Whiteboards ermöglichen eine direkte Verknüpfung der Unterrichtsjahresplanung mit Materialien und bieten sich insbesondere für kollaborative Zusammenarbeit an.

Planung mit einem digitalen Whiteboard

Digitale Whiteboards bieten eine unbegrenzte digitale Arbeitsfläche, die kollaborativ bearbeitet werden kann. Neben Materialien können hier auch Übersichten zur Unterrichtsjahresplanung geteilt und gemeinsam bearbeitet werden. Je nach Anbieter lassen sich zudem Projektmanagement-Tools (z. B. Kanban-Board, Gantt-Diagramm) integrieren. So bietet das Tools Möglichkeiten einer effektiven Verknüpfung von Jahresplanung und Materialsammlung. Im Vergleich zu einer linear angelegten Tabelle werden Inhalte hier stärker räumlich über eine Anordnung auf dem Whiteboard organisiert. 

Das digitale Whiteboard bietet insbesondere dann viele Möglichkeiten, wenn Kolleginnen bzw. Kollegen kollaborativ zusammenarbeiten (vgl. digitales Whiteboard als Tool für das gemeinsame Aufgabenmanagement).

  • UJP_Tabelle_PP_11_LB_1_2

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  • UJP_Tabelle_Mathe_11_LB1_2_4

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