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  • Aktuelles
  • Mündliche Leistungsnachweise im Unterricht der Modernen Fremdsprachen: Umsetzungshinweise und Anschauungsmaterial

Kapitel 1

Bewährt, beliebt und zukunftsrelevant – Die mündliche Prüfung im Unterricht der Modernen Fremdsprachen

Kapitel 2

Verschiedene Prüfungsszenarien

Let's talk! - Die Face-to-Face-Prüfungssituation

Ton ab und Action, please! - Tonaufnahme einer mündlichen Prüfung nach Art. 52 Abs. 1 Satz 3 BayEUG sowie Art. 85 Abs. 1b BayEUG (ab 01.08.2026)

Schreibst du noch oder prüfst du schon? - Das kombinierte Prüfungsformat

Kapitel 3

Wie wird die mündliche Prüfung zum Erfolg? - Tipps und Tricks rund um die mündliche Prüfung

Gestaltung von Prüfungsaufgaben

Effiziente Umsetzung der Prüfung

Kapitel 4

Get inspired - Illustrierende Aufgabenbeispiele

Schreibst du noch oder prüfst du schon? - Das kombinierte Prüfungsformat

Gemäß § 22 Absatz 1 Satz 5 der Schulordnung für die Gymnasien in Bayern (GSO) kann auch “ein Teil [einer Schulaufgabe] in Form einer mündlichen Prüfung abgehalten” werden. Innerhalb eines großen Leistungsnachweises können entsprechend schriftliche mit mündlichen Prüfungsteilen kombiniert werden. Diese Regelung bietet die Chance, die Prüfung von Mündlichkeit durch Einbindung kurzer Aufgabenformate deutlich zu erhöhen.

Beispiele für in große Leistungsnachweise integrierte Tonaufnahmen:

  • Vorlesen und Aufnahme eines kurzen Textes (für Prüfung der Aussprache und Intonation);
  • Aufnahme einer Sprachnachricht oder Hinterlassen einer Nachricht auf einem Anrufbeantworter, z. B. auch nach Hör-, Text- oder Bildimpuls;
  • kürzere monologische mündliche Leistungen, z. B. in Reaktion auf einen Hör-, Text- oder Bildimpuls (z. B. Wegbeschreibung, Vorschläge zur Freizeitgestaltung)

Schülerinnen und Schüler erleben dies als motivierend, zumal sie die Anwendung eigener Sprechfertigkeit als sinnstiftend wahrnehmen.

Hinweis: In der PuLSt wird laut GSO §22 Absatz 3 Nr. 2 eine gesamte Schulaufgabe in rein mündlicher Form abgehalten (Stand: Juli 2026). 

Prinzipiell ist es zwar möglich, den mündlichen Prüfungsteil im Face-to-Face-Format abzuhalten, dies ist jedoch aufgrund des organisatorischen Aufwands nicht zu empfehlen. Tonaufnahmen von monologischen und dialogischen Prüfungsteilen erlauben es, das kombinierte Prüfungsformat effizient und gewinnbringend umzusetzen. 

Gruppenprüfungen mit mehr als zwei Teilnhemern sind hierbei nicht sinnvoll und sollten weiterhin in Form einer Face-to-Face-Prüfung stattfinden.

Das kombinierte Prüfungsformat

Es bestehen bspw. folgende Kombinationsmöglichkeiten: 

Der schriftliche Teil (i. d. R. Hörverstehen bzw. Leseverstehen oder ggf. Aufgabe/n zu sprachlichen Mitteln) wird mit einem mündlichen Prüfungsteil kombiniert, der an die Stelle der schriftlichen Textproduktion (i. d. R. Sprachmittlung oder Textproduktion) tritt. 

  • Am Prüfungstag selbst soll sich der mündliche Prüfungsteil (als Tonaufnahme) an die Durchführung des schriftlichen Teils anschließen. So können mögliche negative Auswirkungen auf den schriftlichen Teil infolge von Verunsicherungen durch technische Probleme auf Schülerseite minimiert werden. Der schriftliche Teil soll zusammenhängend bearbeitet werden können.
Nutzen von Lernecken und der Bibliothek zum parallelen Anfertigen der Tonaufnahmen (schematische Darstellung ohne verbindliche Angabe zur Anzahl der Prüflinge pro Raum)
Nutzen von Lernecken und der Bibliothek zum parallelen Anfertigen der Tonaufnahmen (schematische Darstellung ohne verbindliche Angabe zur Anzahl der Prüflinge pro Raum)

Variante 1: „schnelle“ Variante

Die gesamte Lerngruppe fertigt ihre Sprachaufnahme gleichzeitig in unterschiedlichen Räumen unter Aufsicht jeweils einer Lehrkraft an. Dabei können z. B. im Falle von Einzelprüfungen jeweils 4–6 Schülerinnen und Schüler je nach Kapazität in einem Raum Platz finden. Für dieses Prüfungsszenario müssen für einen kurzen Zeitraum mehrere Lehrkräfte und Räume zur Verfügung stehen.

Mögliche Positionierung der Schüler im Raum zum Einüben der Tonaufnahmen
Mögliche Positionierung der Schülerinnen und Schüler im Raum zum Einüben der Tonaufnahmen

Variante 2: ressourcenökonomische Variante

Die Lerngruppe fertigt ihre Tonaufnahme gestaffelt in einem Raum nacheinander unter Aufsicht einer Lehrkraft an. 

  • Wie bei der Face-to-Face-Prüfung gehen die Schülerinnen und Schüler aus dem laufenden Unterricht der Fachkolleginnen und -kollegen in den Prüfungsraum. Danach nehmen sie wieder am Unterricht teil. 
  • Alternativ können die Prüflinge auch in Anwesenheit der Mitschülerinnen und Mitschüler in einem Raum unter Aufsicht der Fachlehrkraft die Prüfung ablegen, während die Mitschülerinnen und Mitschüler im Sinne des eigenverantwortlichen Lernens still arbeiten und eine Ablenkung der Prüflinge ausgeschlossen ist.
  • In Abhängigkeit von der gewählten Sozialform (s. u.) und/oder der Niveaustufe und damit der Länge der Tonaufnahme und Anzahl der erforderlichen Aufnahmeslots ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Zeitpläne.
  • Hilfestellung zur zeitlichen Planung der kombinierten Prüfung

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  • Die Lehrkraft erhält die Tonaufnahmen zur Bewertung als gespeicherte Datei direkt auf dem Aufnahmegerät. Die Aufnahmen sind nach der Bewertung und Bekanntgabe des Ergebnisses zu löschen, die Bewertungsbögen sind gem. der vorgegebenen Aufbewahrungsfristen für ein Jahr aufzubewahren. 
  • Bei einem mehrteilig aufgebauten Leistungsnachweis bieten sich für einen mündlichen Prüfungsteil im Rahmen einer kombinierten Prüfung die Sozialformen der Einzelprüfung oder Partnerprüfung an. Innerhalb des kombinierten Leistungsnachweises bleibt der Umfang der einzelnen mündlichen Schülerbeiträge dadurch aussagekräftig genug für die Bewertung des mündlichen Prüfungsteils.
  • Demzufolge sind nachstehende Sozialformen in Abhängigkeit der Größe der Lerngruppe und/oder der Vertrautheit der Lerngruppe mit dem Prüfungsformat und/oder der geforderten Gesprächssituation unter Nutzbarmachen der Anschauungsbeispiele aus dem Aufgabenapparat denkbar:
Tonaufnahme durch Schülerin
Tonaufnahme

Für Tonaufnahmen als Einzelprüfungen im Rahmen einer kombinierten Schulaufgabe eignen sich als Anschauungsbeispiele insbesondere die Prüfungsgrundlagen aus dem Aufgabenpool zum monologischen Sprechen (vgl. Punkt 4.1).

Für Tonaufnahmen als Partnerprüfungen, die v. a. in größeren Lerngruppen (mehr als 20 Schülerinnen und Schüler) im Rahmen des kombinierten Prüfungsformats gewinnbringend zum Einsatz gebracht werden können, stellen die Prüfungsmaterialien zum dialogischen Sprechen im Aufgabenpool (vgl. Punkt 4.2) eine Inspirationsquelle – auch im Hinblick auf den zeitlichen Rahmen – dar.

Auch bei kombinierten Prüfungsformaten erfolgt die Bewertung kriterienorientiert und ggf. über die jeweiligen Bewertungsschemata, die das Staatsinstitut zur Verfügung stellt, und die sowohl für monologisches als auch dialogisches Sprechen vorliegen. 

Innerhalb der kombinierten Prüfung wird dem mündlichen Teil eine festgelegte Anzahl an Bewertungseinheiten zu Grunde gelegt. Ggf. kann dieser Teil innerhalb der Arbeit durch Faktorisierung verrechnet werden. 

Beispiel:

  1. Leseverstehen:                            20 BE
  2. Monologische Sprechprüfung: 20 BE

Hinweise zur eigenen Entscheidungsfindung in Bezug auf das Prüfungsformat

Vorteile

hoher motivationaler Aufforderungscharakter für Schülerinnen und Schüler: oft positive Resonanz auf Seite der Lernenden und Erziehungsberechtigten 

Stärkung der Mündlichkeit und backwash effect auf den Unterricht

Ausbau der Kompetenz der Schülerinnen und Schüler, auch medienbasierte Textsorten zu produzieren

Tipps für mögliche Herausforderungen

Die Schülerinnen und Schüler nehmen dieses Prüfungsformat sehr gut an, wenn sie durch entsprechende Übungsphasen im Vorfeld Vertrautheit mit dem Format gewonnen haben. 

Um einen reibungslosen Ablauf der Tonaufnahmen sicherzustellen, sollte genügend Zeit eingeplant werden, sodass auch flexibel auf evtl. Störungen reagiert werden kann.

Der Störanfälligkeit des Prüfungsformats kann insofern begegnet werden, als die vergleichsweise überschaubare mündliche Prüfungssituation bei technischen Problemen unmittelbar wiederholt werden kann. Bereitgehaltene Ersatzaufgaben sollten daher mitbedacht werden.  

Vermeintliche „Störungen“ durch die im selben Raum mitgeprüften Mitschülerinnen und Mitschüler spielen eher eine marginale Rolle, da die Prüflinge auf ihre unmittelbare Prüfung fokussiert sind und die Redebeiträge der Mitschülerinnen und Mitschüler ausblenden. Eine entsprechende Thematisierung und Sensibilisierung im Vorfeld sind empfehlenswert.

Eine stichpunktartige Mitschrift wesentlicher Inhalte und sprachlicher Beobachtungen in Anlehnung an die Deskriptoren der mündlichen Leistungsnachweise – direkt auf der Schulaufgabenangabe – erhöht die Aussagekraft der Bewertung. 

Empfohlene Zitierweise

(2026): Schreibst du noch oder prüfst du schon? - Das kombinierte Prüfungsformat. In: Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) (Hrsg.), Aktuelles "Mündliche Leistungsnachweise im Unterricht der Modernen Fremdsprachen: Umsetzungshinweise und Anschauungsmaterial". Verfügbar unter: https://www.isb.bayern.de/aktuelles/isb-prisma/muendliche-leistungsnachweise-in-den-modernen-fremdsprachen/schreibst-du-noch-oder-pruefst-du-schon-das-kombinierte-pruefungsformat-1/

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