Die Face-to-Face-Prüfungssituation
Mündliche Prüfungen können in verschiedenen sozialen Organisationsformen abgehalten werden:
Die folgenden Ausführungen geben Hinweise zum Ablauf der mündlichen Prüfung, stellen Vorüberlegungen an und wägen Chancen und Herausforderungen ab. Verweise auf ausgewählte Aufgabenbeispiele illustrieren das Prüfungsszenario.
- Schülerinnen und Schüler finden sich in einem Prüfungsraum ein und legen dort im Beisein der prüfenden Lehrkraft bzw. Lehrkräfte ihre Sprechfertigkeitsprüfung ab.
- Die Lehrkraft steuert den Prüfungsablauf durch entsprechende Hinweise.
- Während der Prüfung nimmt die Lehrkraft eine rein beobachtende und bewertende Rolle ein. Dies beinhaltet die Dokumentation des Prüfungsverlaufs in Form von Prüfungsprotokollen und das Einschätzen der Schülerleistung, bspw. anhand von empfohlenen Deskriptoren und Bewertungstabellen des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung. Ein Eingreifen der Lehrkraft in den Prüfungsprozess ist nur dann vorgesehen, wenn der Prüfungsfortgang gefährdet ist.
- Die Prüfungsgrundlagen bilden schriftlich ausformulierte Aufgabenstellungen.
Das Prüfungsmaterial kann den Schülerinnen und Schülern sowohl in gedruckter Form vorgelegt werden als auch digital präsentiert werden, z. B. über Tablets oder Videoprojektion.
Im Unterricht klar definierte und rechtzeitig eingeübte Abläufe tragen zu einer verbindlichen Prüfungsatmosphäre bei und minimieren das Ausmaß der Hinweise während der Prüfung (z. B. Begrüßung und evtl. Einstiegsfragen zur Auflockerung).

Einzelsprechprüfung basierend auf motivierenden Sprechanlässen (z. B. interessensgeleitete und begründete Auswahl aus einem Bildangebot zur Thematik „vêtements“, spontanes Sprechen über bereitgelegte Realien im Sinne des show-and-tell-Verfahrens)
Partnerprüfung auf Basis situativ eingebetteter dialogischer Sprechanlässe (z. B. gemeinsame Planungen für einen Verkaufsstand im Rahmen des Schulfests der Austauschschule, Diskussion zum Thema der Freiwilligenarbeit in Lateinamerika)
Gruppenprüfung auf Basis einer ergebnisoffenen angelegten Diskussion (z. B. freie Diskussion zur Mediennutzung Jugendlicher, begründetes Verhandeln der Empfänger von Einnahmen im Rahmen einer Schulparty)
Vorteile
- Die Lehrkraft kann bei Schwierigkeiten im Ablauf unterstützend eingreifen.
- Die Bewertung kann direkt erfolgen und unterliegt somit dem unmittelbaren Eindruck.
- Unterschleif ist deutlich erschwert.
- Nonverbale Elemente der Kommunikation kommen zur Geltung.
Tipps für mögliche Herausforderungen
- Eine weitere Lehrkraft wird u. U. – je nach Aufgabenkonzeption und Prüfungskonstellation – für Aufsichten in einem gesonderten Raum vor oder nach der Prüfung benötigt.
- Bei größeren Gruppen (ab 3-4 Teilnehmenden) sowie auch in der PuLSt empfiehlt sich die Unterstützung durch eine weitere Lehrkraft als Zweitprüfer bzw. Zweitprüferin.
- Die Organisation kann aufwändig sein. Daher nimmt die effiziente Umsetzung der Prüfung eine tragende Rolle ein (vgl. Punkt 3.3).
Abbildungsnachweis
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