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  • ISB Prisma - Magazin für Schule & Unterricht
  • Mündliche Leistungsnachweise im Unterricht der Modernen Fremdsprachen: Umsetzungshinweise und Anschauungsmaterial

Kapitel 1

Bewährt, beliebt und zukunftsrelevant – Die mündliche Prüfung im Unterricht der Modernen Fremdsprachen

Kapitel 2

Die Face-to-Face-Prüfungssituation

Kapitel 3

Wie wird die mündliche Prüfung zum Erfolg? - Tipps und Tricks rund um die mündliche Prüfung

Gestaltung von Prüfungsaufgaben

Effiziente Umsetzung der Prüfung

Kapitel 4

Get inspired - Illustrierende Aufgabenbeispiele

Gestaltung von Prüfungsaufgaben

  • Der LehrplanPLUS legt für jedes Lernjahr inhaltliche Anforderungen im Kompetenzbereich „Sprechen“ fest. 

Inhaltliche Anforderungen im Kompetenzbereich „Sprechen“ laut LehrplanPLUS

A1 – A2: überwiegend Themen der Alltagskommunikation

ab B1: zunehmend landeskundliche und interkulturell anspruchsvollere Themen, auch auf der Grundlage von Literatur, Kunst oder Film  

 

 

  • Bei der Formulierung der Aufgabenstellung sollten auch die gängigen Operatoren (vgl. Aufgabenpool) verwendet werden, um ein ausgewogenes Verhältnis von Reproduktion, Anwendung und Transfer bzw. Bewertung zu gewährleisten. 
  • Materialien wie Bilddokumente, Filmsequenzen oder Zitate helfen dabei, die inhaltlichen Erwartungen an die Prüflinge klar zu definieren, was auch eine differenzierte Leistungsbeurteilung erleichtert. 
  • In der Praxis hat sich die Kombination von monologischen und dialogischen Teilen aus unterschiedlichen Themenfeldern bewährt, die von den Schülerinnen und Schülern jeweils als abgeschlossene Prüfungsteile wahrgenommen werden. 

individuell zusammengestelltes Bildmaterial aus der Alltagswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler mit hohem affektiven und emotionalen Wert

Beispiel aus Jahrgangsstufe 7 im Fach Französisch

Monologisches Sprechen: Sprechen über einen aus einem Bildangebot gewählten Impuls, der situativ eingebettet ist (z. B. choisir les vêtements pour une fête)

Dialogisches Sprechen: Sprachlicher Austausch im Rahmen einer soirée française zur Vorbereitung eines Quiz sowie zur Wahl eines passenden Preises

Beispiel aus Jahrgangsstufe 12/13 im Fach Englisch

Monologisches Sprechen: begründete Auswahl aus einem entsprechenden Angebot an Buchcovern eines im Unterricht gelesenen Romans aus dem 20./21. Jahrhundert

Dialogisches Sprechen: diskursiv und dialektisch geprägter Austausch zu einem aussagekräftigen statement aus dem Themengebiet Wissenschaft, Technologie und Umwelt

  • Positive Erfahrungen liegen auch mit integrativen Aufgaben vor, bei denen bspw. eine Diskussion auf einem im monologischen Teil präsentierten Sachverhalt aufbaut. Bei diesen Materialien folgt die Prüfung einem roten Faden, an dem sich die Prüflinge orientieren können. Bei diesem Aufgabenformat muss darauf geachtet werden, dass sich inhaltliche Schwierigkeiten im monologischen Teil nicht negativ auf den Fortgang der Prüfung auswirken. 
Ausschnitt aus integrativer Prüfungsaufgabe mit rotem Faden

Bildimpuls aus Barcelona, Poble Nou, für anschließende Diskussion zum Thema "Stadtentwicklung"

Beispiel aus Jahrgangsstufe 7 im Fach Englisch

Monologisches und dialogisches Sprechen zum übergeordneten Thema „Wales“ wird während der Prüfungssituation eine fiktive Ausstellung geplant, wobei die Schülerinnen und Schüler anhand einer übersichtlich gestalteten Word Cloud auf Prompts zugreifen und im Anschluss auch aus einem landeskundlich geprägten Bildangebot eine begründete Auswahl für die visuelle Aufbereitung der Ausstellung treffen.

Beispiel aus Jahrgangsstufe 11 im Fach Spanisch

Monologisches und dialogisches Sprechen: bildgestützter Teil und freier Meinungsaustausch zum übergeordneten Thema „Stadtentwicklung“

Kriterien zur Auswahl geeigneter Bildimpulse

erkennbare Handlung von einer oder mehrerer Personen im Mittelpunkt, wobei diese 

- die Vorlage dominiert und sich klar vom Hintergrund abhebt,

- nicht nur zur Beschreibung äußerlicher Merkmale (Kleidung, Alter, Aussehen der Personen) anregt, sondern auch die Gefühlsebene mit einbezieht (Gestik, Mimik, Emotionen), 

- sich im analytischen Teil in eine Art Erzählstruktur einbetten lässt. (Was geschah vor der  Szene? Was könnte im Anschluss passieren? etc.)

genügend Leerstellen, um eigene Hypothesen zu versprachlichen (statt u. U. sehr eintöniger reiner Beschreibung) oder etwa durch das Hinzufügen von leeren Sprech- und/oder Gedankenblasen zu einer Reflexion oder eigenen Kommentierung Anlass bietet, was zu einer kreativen Auseinandersetzung mit der Situation anregt

wenig Textanteil, um einen schnellen Zugang zu ermöglichen und Prüflinge nicht von eigenen Interpretationsversuchen abzulenken

schnell erfassbare Situationen und hohe Aussagekraft des jeweiligen Bildmaterials (ggf. bekannte Personen des Zeitgeschehens, ungewöhnliche Situationen, Überraschungseffekte oder stark ausgeprägter lebensweltlicher Bezug, um hohen Aufforderungscharakter zur freien sprachlichen Äußerung sicherzustellen)

konträr oder in Beziehung zueinanderstehende Situationen, die verglichen werden können, sodass die Ebene der reinen Bildbeschreibung verlassen werden kann

keine verfänglichen oder emotional belastenden Szenen/Situationen, etc. 

Niveaustufe Beispiele für Bildimpulse
A2Szene auf einer Geburtstagsparty (z. B. Überraschung, Unzufriedenheit mit einem Geschenk)
B1Szene mit interkulturellen Spezifika (z. B. Jugendliche in der Pariser Banlieue, Szene aus einem Comic)
B2 Theaterplakat, zentrale Filmszene, Karikatur (z. B. Vergleich von Buchcover und Filmplakat)

Tipps zur Aufgabenstellung

Einen schnellen Zugang zu den Aufgaben ermöglichen vorstrukturierte Formate, z. B. durch den Fettdruck von Kernbegriffen oder durch sprachlich reduzierte Textsorten wie Mindmaps oder Grafiken. Dies trägt auch dazu bei, die ggf. eingeräumte Vorbereitungszeit auf ein Minimum zu reduzieren.

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