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  • ISB Prisma - Magazin für Schule & Unterricht
  • Mündliche Leistungsnachweise im Unterricht der Modernen Fremdsprachen: Umsetzungshinweise und Anschauungsmaterial

Kapitel 1

Bewährt, beliebt und zukunftsrelevant – Die mündliche Prüfung im Unterricht der Modernen Fremdsprachen

Kapitel 2

Die Face-to-Face-Prüfungssituation

Kapitel 3

Wie wird die mündliche Prüfung zum Erfolg? - Tipps und Tricks rund um die mündliche Prüfung

Gestaltung von Prüfungsaufgaben

Effiziente Umsetzung der Prüfung

Kapitel 4

Get inspired - Illustrierende Aufgabenbeispiele

Effiziente Umsetzung der Prüfung

Wahl der Sozialform

Wie bei allen Leistungsnachweisen ist die vorbereitende Unterrichtssequenz zentral für die Vertrautheit der Schülerinnen und Schüler mit den Abläufen und erwarteten Leistungen. Nachteilen unterschiedlicher Formate kann durch eine geschickte Vorbereitung erfolgreich begegnet werden; ebenso entstehen Vorteile der Formate durch die stimmige Übung im Vorfeld.

Einzelprüfung

Vorteile

  • keine Abhängigkeit von der Äußerung des Gegenübers
  • Konzentration auf eigenes monologisches Sprechen

Nachteile

  • bei großer Lerngruppe vergleichsweise hoher zeitlicher Aufwand
  • keine Möglichkeit, die Gesprächsfähigkeit/Interaktion zu beurteilen 

Tipps für die Vorbereitung

  • Absprachen mit der Schulleitung im Vorfeld 

Vorteile

  • besonders geeignet in der Unterstufe zum Sammeln von Erfahrungen mit dem noch neuen Prüfungsformat
  • Lebendigkeit des mündlichen Interaktionsgeschehens durch zielgerichteten Austausch mit Kommunikationspartner bzw. -partnerin
  • Erwerb und Ausbau sozialer Kompetenzen sowie authentischer Kommunikations- und Diskursstrategien
  • zeitlich weniger Aufwand als bei Einzelprüfungen
  • Interaktionsfähigkeit kann bewertet werden
  • Aufgrund der – insbesondere auf unteren Niveaustufen – noch überschaubaren sprachlichen Äußerungen ist der Einsatz eines Zweitprüfers nicht immer erforderlich

Nachteile

  • „Abhängigkeit“ des jeweiligen Prüflings vom Kommunikationsgeschick sowie der sprachlichen Kompetenz des Gegenübers
  • Gefahr der Dominanz bei den Gesprächsanteilen bei einem Gesprächspartner bzw. einer  Gesprächspartnerin, auf die kein Dritter ausgleichend einwirken kann
  • inhaltliche Aspekte und Meinungen zu einem Thema sind möglicherweisen enger gefasst (nur zwei statt drei Perspektiven)

Tipps für die Vorbereitung

  • frühzeitige Zusammensetzung des Duos zum gemeinsamen Üben
  • Einbindung der Schülerinnen und Schüler bei der Wahl des Prüfungspartners bzw. der Prüfungspartnerin
  • klare Ankündigung des Bewertungskriteriums „aktives Zuhören“/ „Einbindung des Gegenübers in das Gespräch“ und Bereitstellung von geeignetem sprachlichen Material in den Übungsphasen (z. B. Fragen an den Gesprächspartner bzw. die Gesprächspartnerin, um Meinung einzuholen)
  • ausreichend sprachliches und inhaltliches Material zur Verfügung stellen
  • Feedbackkultur im Vorfeld berücksichtigt auch Fähigkeit zum Einbringen nicht-eigener Perspektiven

Vorteile

  • vergleichsweise geringerer zeitlicher Aufwand bei der Durchführung, da weniger Gruppen zu bilden sind
  • Erwerb und Ausbau sozialer Kompetenzen sowie authentischer Diskursstrategien 
  • besonders geeignet, wenn Prüflinge mit Prüfungsformat der Partnerprüfung bereits vertraut sind und darauf aufbauen können
  • auf höheren Lernniveaus sehr gewinnbringende Diskussion von komplexeren Sachverhalten, da authentischer – auch überwiegend kontrovers und dialektisch geprägter – Austausch zu relevanten Themen des jeweiligen Lehrplans 
  • Interaktionsfähigkeit ist bewertbar

Nachteile

  • Gruppenkonstellation kann Kommunikationsgeschehen stark beeinflussen (Unterschiede im Bereich der sprachlichen und sozialen Kompetenzen)
  • aussagekräftige Bewertung einer größeren Lerngruppe macht u. U. den Einsatz eines Zweitprüfers erforderlich (insbesondere beim Mitprotokollieren wesentlicher Aspekte des Gesprächsverlaufs sowie inhaltlicher und sprachlicher Aspekte)
  • möglicherweise Zurückhaltung eines Einzelnen, den eigenen Standpunkt zu vertreten, wenn dieser sich von der Mehrheit unterscheidet
  • Gruppen benötigen meist länger, einen Kompromiss zu finden, was bei einer vorgegebenen Zeit die Diskussion einschränken kann

Tipps für die Vorbereitung

  • Einüben der Prüfungssituation bereits im Unterricht in den entsprechenden Gruppenkonstellationen trägt zum Ausbau von gegenseitigem Vertrauen und somit zu einem gewinnbringenden Kommunikationsgeschehen bei
  • Schülerwünsche in Bezug auf den Prüfungspartner bzw. die Prüfungspartnerin nach Möglichkeit berücksichtigen
  • Zufallsprinzip nur dann ansetzen, wenn Prüflinge im Vorfeld der Prüfung genügend Zeit erhalten, sich in den Übungsphasen auf die Gesprächspartner bzw. -partnerinnen einzustellen 
  • Einüben von Gesprächsstrategien
  • Möglichkeit, über Themenstellung ausgewogene Meinungsäußerung zu ermöglichen
  • Verweis bereits im Vorfeld der Prüfung, dass – insbesondere bei leistungsheterogenen Gruppen – proaktive Verhaltensweisen, die dem Kommunikationsgeschehen zuträglich sind, bei der Bewertung der Interaktionsfähigkeit positiv aufscheinen

Organisation von Räumen und Personal

Die folgenden Beobachtungen sollen den Schulen als Hilfestellung dienen, die Ressourcen bestmöglich zu nutzen.

Räume

Entscheidungshilfen

Bei Prüfungen im Face-to-Face-Format sollte die kommunikative Wirkung des Raumes nicht vernachlässigt werden: Die Prüfungssitzordnung ermöglicht Blickkontakt und lässt auch nonverbale Signale in das Kommunikationsgeschehen mit aufnehmen.

Bei der Planung der mündlichen Prüfung ist es hilfreich, sich zunächst einen Überblick von der Raumsituation der Schule zu verschaffen. 

Vielleicht gibt es vor Ort Alternativen zu Klassenzimmern (z. B. kleinere Arbeitsräume). 

Könnte eine feste Tischanordnung, die auf die Durchführungen mündlicher Prüfungen abgestimmt ist, den Vorbereitungsaufwand verringern? 

Verfügt die Schule über Klassenzimmer mit abgetrennten Gruppenräumen?

Personal

Zweitprüfer

Um den Einstatz eines Zweitprüfers sinnvoll abzuwägen, empfehlen sich folgende Überlegungen: 

Auf welcher Lernstufe wird geprüft? 

(Bei mündlichen Prüfungen in einer Face-to-Face-Prüfungssituation in der Qualifikationsphase empfiehlt es sich im Sinne einer ausgewogenen Beobachtung, eine zweite Lehrkraft mit der Fakultas in der jeweils geprüften Fremdsprache hinzuziehen (vgl. KMS “Mündliche Prüfungsformen in den modernen Fremdsprachen als große Leistungsnachweise in der Profil- und Leistungsstufe (ab Schuljahr 2024/25) und Prüfungsform in der Abiturprüfung (ab Prüfungstermin 2026)”, Nr. V.6-BS5402.8/80/1 vom 12.06.2023).

Wie gestalten sich die Klassengröße und Gruppenkonstellation in der Prüfung? 

Im Falle von Einzel- oder Partnerprüfungen ist ein Zweitprüfer meist verzichtbar.

Wie versiert und erfahren ist die prüfende Lehrkraft mit dem jeweiligen Prüfungsszenario, im jeweiligen Fach sowie auf der Lernstufe? 

I. d. R.  brauchen prüfungserfahrene Lehrkräfte keinen Zweitprüfer.

Personal

Zusätzliche Aufsicht bzw. Aufsichten

Aufgrund der Chancengleichheit für die Schülerinnen und Schüler kommen Nachaufsichten zum Einsatz, wenn Prüfungsgruppen dieselbe Aufgabe erhalten. Durch gezielte Maßnahmen wie das Zulosen von Prüfungsaufgaben aus einem Aufgabenpool der Fachschaft, der jährlich anwächst und dadurch variiert, können Nachaufsichten jedoch auch eingespart werden. So ist sichergestellt, dass keinem Prüfling durch evtl. vorhergegangenen Austausch mit Mitschülerinnen oder Mitschülern ein Vorteil entsteht. Auch bei modular aufgebauten Prüfungen (d. h. Trennung der Prüfungsteile in monologische und dialogische Aufgaben mit jeweils neu zu ziehenden Aufgaben) sichern die sich durch Zufall ergebenden Kombinationsmöglichkeiten den Neuigkeitswert der jeweiligen Prüfung. 

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