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  • ISB Prisma - Magazin für Schule & Unterricht
  • Mündliche Leistungsnachweise im Unterricht der Modernen Fremdsprachen: Umsetzungshinweise und Anschauungsmaterial

Kapitel 1

Bewährt, beliebt und zukunftsrelevant – Die mündliche Prüfung im Unterricht der Modernen Fremdsprachen

Kapitel 2

Die Face-to-Face-Prüfungssituation

Kapitel 3

Wie wird die mündliche Prüfung zum Erfolg? - Tipps und Tricks rund um die mündliche Prüfung

Gestaltung von Prüfungsaufgaben

Effiziente Umsetzung der Prüfung

Kapitel 4

Get inspired - Illustrierende Aufgabenbeispiele

Bewährt, beliebt und zukunftsrelevant – Die mündliche Prüfung im Unterricht der Modernen Fremdsprachen

Der LehrplanPLUS definiert im Bereich sprachlicher Bildung der schulart- und fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsziele Sprache als unabdingbare Voraussetzung zur kommunikativen Teilhabe an einer Gemeinschaft. Der Bildungs- und Erziehungsauftrag des Gymnasiums stellt die zentrale Rolle von Fremdsprachen heraus, die „ein vertieftes Verständnis anderer Kulturen [ermöglichen] und […] neue Perspektiven [eröffnen].“ Das Fachprofil Moderne Fremdsprachen untermauert diese Feststellung in Bezug auf die Sprachenvielfalt in Europa und der Welt:

“In unserer global vernetzten Welt sind interkulturelle Kommunikations- und Handlungskompetenzen der Schlüssel zu internationaler Verständigung. Umfassende sprachliche Kenntnisse und Fertigkeiten sowie eine auf Offenheit und Respekt basierende Haltung ermöglichen erst die Bewältigung verschiedenster Kommunikationssituationen, erfolgreiches Handeln in privaten und geschäftlichen Beziehungen, größere Mobilität sowie einen von Achtung und Verständnis geprägten Umgang mit kultureller Differenz. Ob im Kontext der Europäischen Union mit ihren verschiedenen Sprachen und Kulturen und dem Motto „Geeint in Vielfalt“ oder auf globaler Ebene, das Erlernen sowohl der traditionellen Schulsprachen als auch weiterer Fremdsprachen hat völkerverbindende und identitätsstiftende Bedeutung.”

 

Fachprofil Moderne Fremdsprachen

Das Kompetenzstrukturmodell in den Modernen Fremdsprachen

Das dem LehrplanPLUS zugrunde liegende Kompetenzstrukturmodell postuliert für die Modernen Fremdsprachen eine Gleichwertigkeit von mündlichen und schriftlichen Teilkompetenzen im Bereich der Kommunikativen Fertigkeiten: 

Daraus folgt, dass der moderne Fremdsprachenunterricht möglichst viele Sprechanlässe für die Lernenden generieren soll. Im Fachprofil Moderne Fremdsprachen, Punkt 1.2 Beitrag zur gymnasialen Bildung und Persönlichkeitsentwicklung, wird diesbezüglich und mit Blick auf den Beitrag zur gymnasialen Bildung und Persönlichkeitsentwicklung Folgendes beschrieben:

Mit dem Erlernen von Fremdsprachen überschreiten die Schülerinnen und Schüler die Grenzen der muttersprachlichen Welt. […] Die Beschäftigung mit Gegebenheiten und Denkweisen in anderen Kulturen eröffnet den Schülerinnen und Schülern neue Sichtweisen auf die Wirklichkeit: Sie reflektieren ihre Weltsicht vor dem Hintergrund der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der fremden und der eigenen Kultur und relativieren ggf. ihre Haltungen und Einstellungen. Sie lernen, Menschen aus anderen Sprach- und Kulturgemeinschaften zu akzeptieren und zu respektieren, und erweitern so ihre Möglichkeiten für persönliche Kontakte. Die Erfahrung, in einer Fremdsprache erfolgreich kommunizieren zu können, wirkt sich positiv auf ihr Selbstbewusstsein aus.

 

Fachprofil Moderne Fremdsprachen

Kommunikativer Austausch basierend auf digitalem Inhalt
Kommunikativer Austausch basierend auf digitalem Inhalt

Mündlichkeit in Zeiten von Digitalität

Vor allem die Ausbildung aktiver mündlicher Kompetenzen ermöglicht zudem den hohen Wert persönlicher, authentischer Kommunikation. Angesichts des Entwicklungspotentials im Bereich von KI-Anwendungen, des Aufkommens von Sprachassistenten, automatisierten Echtzeitübersetzungsprogrammen, textbasierten Dialogsystemen u. a. ist es mehr denn je Aufgabe des modernen Fremdsprachenunterrichts, sich noch intensiver auf das Nicht-Automatisierbare zu konzentrieren. Lohnenswert ist demnach eine noch stärkere Fokussierung mündlicher Kommunikationsprozesse, um Diskurs- und Gesprächsstrategien zu fördern, die bspw. die Lernenden auch dazu in die Lage versetzen, subtile Botschaften zu erkennen, die u. a. in Gestik und Mimik des Gegenübers enthalten sind. 

Positive Auswirkungen einer Stärkung der Mündlichkeit

Die Stärkung der Mündlichkeit im Unterricht und gerade in großen Leistungsnachweisen hat zahlreiche positive Auswirkungen auf den Unterricht und die Lernenden, wobei diese sich in ihrer Wirksamkeit gegenseitig verstärken. Die Schülerinnen und Schüler…

stärken ihr Selbstbewusstsein und die positive Selbstwahrnehmung durch aktiv vorhandene, spontan abrufbare mündliche Kompetenzen, 

erfahren die Sinnhaftigkeit des Erlernens der Fremdsprache durch die Möglichkeit zur Anwendung mündlicher Kompetenzen in authentischen Kommunikationssituationen, 

erleben höhere Motivation durch eine Vielfalt an mündlichen Aufgabenformaten.

Die Bedeutung der Mündlichkeit im Unterricht muss sich zunehmend in der Prüfungspraxis spiegeln: Schülerinnen und Schüler …

erleben, dass das Erlernte in Prüfungsszenarien erfolgreich angewandt werden kann,

erhalten durch regelmäßige Einbindung von Mündlichkeit in Leistungsnachweisen ein kontinuierliches Feedback.

Fazit:

Unter Berücksichtigung der vorausgegangenen Ausführungen ist eine deutliche Steigerung der Mündlichkeit im modernen Fremdsprachenunterricht in Leistungsnachweisen perspektivisch sinnvoll und erforderlich. 

 

Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis

für den Artikel: Bewährt, beliebt und zukunftsrelevant – Die mündliche Prüfung im Unterricht der Modernen Fremdsprachen

  1. Carleton-Gertsch, Louise (2021): „Introducing the 4 Cs” In: Teaching English Today – The 4 Cs and beyond. https://open.spotify.com/episode/5vgQ4XjkuQ54xH7fBAcmWa, letzter Zugriff am 12.04.2025.
  2. KMK 2016, Strategie der KMK: Bildung in der digitalen Welt. https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2018/Strategie_Bildung_in_der_digitalen_Welt_idF._vom_07.12.2017.pdf, letzter Zugriff am 21.10.2025.
  3. Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest und der Südwestrundfunk (MPFS) (2020): „JIMplus 2020 Lernen und Freizeit in der Corona-Krise.” https://www.mpfs.de/studien/jim-studie/jimplus-2020/, letzter Zugriff am 12.04.2025.
  4. Wengler, Jennifer (2024): „Digitale Transformation, Künstliche Intelligenz und ein Ende des Fremdsprachenunterrichts (wie wir ihn kennen)? ” http://www.jenniferwengler.de/2024/digitale-transformation-fu/, letzter Zugriff am 12.04.2025.

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