Grundlagen

Bewegungsmöglichkeiten
Bewegungsförderung bedeutet, die Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, Ihre Bewegungsmöglichkeiten auszubauen, bzw. im Fall fortschreitender Erkrankungen möglichst lange zu erhalten.

Vielfalt der Bewegungen
Bewegungsförderung erstreckt sich auf die gesamte Vielfalt an Bewegungen und die mit Bewegung verknüpften Kompetenzen und Voraussetzungen.

Freude und Lust an Bewegung
Ebenso gefördert werden mit Bewegung verbundene emotionale und soziale Aspekte: Die Motivation, sich – trotz Einschränkung und Anstrengung – zu bewegen, Freude und Lust in der Bewegung zu empfinden sowie Unterstützung anzunehmen und gleichsam nach motorischer Selbstständigkeit zu streben.
Die frühesten Formen der kognitiven Entwicklung entstehen aus einem engen Zusammenspiel zwischen Motorik und Wahrnehmung.
SCHMIDT zit. n. MOOSECKER 2019, 160

"Hilf mir, es selbst zu tun"
„Hilf mir, es selbst zu tun!“ (Maria Montessori) ist Leitgedanke für die motorische Förderung. Bewegungen sollen, soweit wie individuell möglich, selbst ausgeführt werden. Unterstützung erfolgt in dosierter und abgestimmter Form. Es gilt das Prinzip der „abnehmenden Hilfe“, so dass Selbsttätigkeit und Selbstständigkeit als übergeordnete Ziele durchgehend verfolgt werden.

Bewegungserfahrungen auf- und nachholen
Wenn Bewegungs- und damit verbundene Wahrnehmungserfahrungen nicht gemacht werden konnten, können diese auch nicht als bestehende Grundlage des Lernens vorausgesetzt werden. Wenn eine angestrebte Kompetenz eine gewisse Vorerfahrung im Bereich Bewegung (und damit verbunden Wahrnehmung) benötigt, muss den Schülerinnen und Schülern zuvor die Möglichkeit eröffnet werden, diese Erfahrungen nach- und aufzuholen (Erfahrungsorientierung).

Bewegungserfahrung ist eine Grundlage des Kompetenzerwerbs
“Die frühesten Formen der kognitiven Entwicklung entstehen aus einem engen Zusammenspiel zwischen Motorik und Wahrnehmung“ (SCHMIDT zit. n. MOOSECKER 2019, 160). Kognitive Entwicklung ist untrennbar mit Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen verbunden. Diese Erfahrungen können nur in dem Maße gesammelt werden, wie es die eigenen motorischen Möglichkeiten erlauben bzw. wie diese Erfahrungen unterstützt gemacht werden können: Wo die eigene Motorik eingeschränkt ist, ist auch die Möglichkeit für eigene Erfahrungen oftmals reduziert. Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen sind Grundlage für den Erwerb der im Unterricht angestrebten Kompetenzen. Dabei ist das eigene, sensomotorische Erfahren Voraussetzung, um Zusammenhänge begreifen zu können („Vom Greifen zum Begreifen“).

Motorische Förderung ist verknüpft mit weiteren Entwicklungsbereichen
Bewegungsförderung ist eng verknüpft mit der Förderung sensorischer, kognitiver, emotionaler und sozialer Prozesse, da diese Vorgänge in der Entwicklung zusammenwirken. In und mit der Bewegung wird die Umwelt nicht nur wahrgenommen, sondern es wird auch mit ihr interagiert. Bewegung wird so auch zu einer Grundlage der Persönlichkeitsentwicklung (vgl. ZIMMER 1995).

Individualisierte Rahmenbedingungen ermöglichen erfolgreiche Lernprozesse
Die Lehrkraft plant die Bewegungsförderung unter Berücksichtung der körperlichen und motorischen Ressourcen der Schülerinnen und Schüler. Individuell abgestimmte Maßnahmen der personalen Unterstützung, Arbeits- und Hilfsmittel unterstützen Schülerinnen und Schüler dabei, ihre Bewegungsmöglichkeiten auszubauen. Auch die umgebenden räumlichen, organisatorischen und personellen Rahmenbedingungen sind darauf ausgerichtet, selbstbestimmte Bewegung zu ermöglichen.

Förderplanung
Es ist zentral, den Ausbau und Erhalt motorischer Fähigkeiten im Förderplan zu verankern: Hierzu werden alle relevanten Informationen zusammengetragen. Auf dieser Grundlage werden im konkreten Schulalltag erreichbare Ziele der Bewegungsförderung abgeleitet und festgelegt, wie diese im Unterricht umgesetzt werden. Der Förderplan ist auch die Basis, um motorische Förderung mit allen weiteren Beteiligten abzustimmen.
Der Mobile Sonderpädagogische Dienst kmE unterstützt bei Bedarf mit seiner Expertise diesen Prozess.
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