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Grundlagen

Unter Hilfsmitteln versteht man alle technischen Lösungsversuche, mit deren Hilfe Schülerinnen und Schüler…

..."in der Lage sind, fehlende oder nicht
vollständig verfügbare physische oder sensorische Funktionen zu verbessern, zu ersetzen oder auszugleichen.

Des Weiteren können
technische Hilfen auch eine ästhetische und damit psychisch stabilisierende Funktion haben, was sich auch sozial positiv auswirken kann." (DAUT 2009, 195)

Die Akzeptanz [eines Hilfsmittels] ist nicht nur abhängig von persönlichen emotionalen und körperlichen Faktoren, sondern wird auch beeinflusst von der Qualität der Begleitung.

DAUT 2009, 205

Damit Schülerinnen und Schüler ihre Hilfsmittel selbstständig anwenden können, brauchen sie ausreichend Zeit. Dies gilt besonders, wenn sie ein neues Hilfsmittel zu nutzen lernen. 

Dies kann erreicht werden, indem die Lehrkraft den Unterricht differenziert gestaltet und ggfls. Maßnahmen der individuellen Unterstützung (z. B. Reduzierung der Aufgabenmenge im Unterricht außerhalb der Leistungsmessungen) bzw. des Nachteilsausgleiches (z. B. Zeitverlängerungen) angewendet werden. In der Handreichung Individuelle Unterstützung - Nachteilsausgleich - Notenschutz finden Sie dazu weitere Informationen. Der MSD kmE unterstützt alle Beteiligten dabei, individuell zugeschnittene Lösungen zu entwickeln.

Damit Schülerinnen und Schüler ihre Hilfsmittel im Unterricht einsetzen können, sind oftmals (wiederkehrende) Absprachen notwendig, die im Austausch mit allen Betroffenen entwickelt werden. 

Kinder und Jugendliche sind hier wichtige Ansprechpersonen, um individuelle Lösungen (z. B. den Einsatz von Hilfsmitteln im Tagesverlauf) zu entwickeln. 

Hilfreich ist es, die Absprachen in geeigneter Weise an die Klassengemeinschaft weiterzutragen. Dabei sollten diese nicht als "Sonderlösung" präsentiert werden, sondern als individuelle Bedürfnisse, wie sie bei allen Mitgliedern der Klassengemeinschaft bestehen. 

Eine weitere wichtige Frage ist, wie und in welchem Rahmen Informationen an weitere Lehrkräfte kommuniziert werden. Je nach Entwicklungsstand können Schülerinnen und Schüler hier selbst mitwirken. Die Verantwortung zur Schaffung geeigneter Lernumgebungen liegt jedoch bei Lehrkräften und Schule.

Es ist hilfreich, frühzeitig zeitliche Ressourcen für den Abstimmungsprozess selbst sowie den Austausch mit Personen mit sonderpädagogischer Expertise (z. B. MSD kmE) einzuplanen.

Besonders bei Kindern und Jugendlichen mit progredienten Erkrankungen oder unklarer Prognose ist es notwendig, sensibel und mit besonderem pädagogischen Taktgefühl zu agieren. Hilfsmittel dienen hier oftmals nicht der Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten, sondern dazu, (abnehmende) Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten. „Notwendige Maßnahmen, auch wenn sie einen noch so schweren Eingriff bedeuten, dürfen nicht verschleiert und damit verharmlost werden. So können sie [die Schülerinnen und Schüler] sich mit den realen Gegebenheiten auseinandersetzen. Gerade hier kann eine anstehende Versorgung mit technischen Hilfen Mut zum Leben machen. Diese Kinder und Jugendlichen können die Bemühungen um ein adäquates Hilfsmittel als ein Zeichen dafür verstehen, dass sie nicht aufgegeben sind“ (DAUT 2009, 214).

Die Akzeptanz der Hilfsmittel durch die Schülerinnen und Schüler ist die Grundlage für ihre Bereitschaft, diese Hilfsmittel auch zu nutzen. „Die Akzeptanz ist nicht nur abhängig von persönlichen emotionalen und körperlichen Faktoren, sondern wird auch beeinflusst von der Qualität der Begleitung [...]“ (DAUT 2009, 205). Dies bedeutet, als Lehrkraft einerseits die Kinder und Jugendlichen in ihrem „So-Sein“ zu akzeptieren. Es bedeutet ebenso, durch Hilfsmittel neu ermöglichte Handlungsmöglichkeiten auszubauen und ggfls. auch einzufordern (siehe auch Baustein Akzeptanz als Grundhaltung). Hierbei ist es hilfreich, wenn die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeiten und Vorteile der Hilfsmittel im Unterricht bewusst erleben, ebenso aber Unzufriedenheit, Probleme und Skepsis verbalisieren und besprechen können.

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