Schulpraxis: Material

Durchführung: Durch Verwendung eines einheitlichen Spielgerätes werden geteilte Erfahrungen unabhängig von einem eventuellen Förderbedarf ermöglicht. Eine anschließende Reflexion hilft, die Erfahrungen zu ordnen und Sport-Thematiken wie Körperwahrnehmung, Bewegungskontrolle und Teamgeist zu intensivieren.
Hier im Bild: Auch Schülerinnen und Schüler ohne Förderbedarf verwenden bei einem gemeinsamen Sportspiel einen Rollstuhl. Das Beispiel ähnelt dem “Prinzip der gleichen Voraussetzungen". Dort sorgt die Aufgabenstellung für ähnliche Voraussetzungen und wird durch die einheitliche Verwendung des Rollstuhls realisiert - es wären aber auch Adaptionen ohne Material möglich. Beim Prinzip des “einheitlichen Sportgerätes” jedoch ist das Material selbst Ausgangspunkt der Planungen und gemeinsamer Lerngegenstand.

Durchführung: Alle Schülerinnen und Schüler bewältigen die gleiche Aufgabenstellung. Der Geräteaufbau wird den individuellen motorischen Voraussetzungen angepasst.
Hier im Bild: Zur gemeinsamen Aufgabenstellung "Überwinden eines Kastens" (gemeinsamer Lerngegenstand) wird der Geräteaufbau durch zwei verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten differenziert. Der Aufbau mit der Bank stellt deutlich reduzierte Anforderungen an die motorischen und koordinativen Fähigkeiten. Der rechte Aufbau hingegen muss stehend bewältigt werden.

Durchführung: Die Schülerinnen und Schüler verwenden unterschiedliche Materialien und Geräte - je nach ihren koordinativen Fähigkeiten und körperlichen Voraussetzungen.
Hier im Bild: Verschiedene Ballarten hinsichtlich Größe, Gewicht, Härte, Haptik, Farbe und in der Geschwindigkeit, z. B.Zeitlupenball (reduzierte Geschwindigkeit zum Ausgleich verlangsamter Motorik/Wahrnehmung/Koordination), Gitterball (von einigen Schülerinnen und Schüler besser greifbar), Pezziball, Softball, Medizinball.

Durchführung: Verschiedene Markierungen und Hilfsmittel helfen Schülerinnen und Schülern mit eingeschränkter Wahrnehmung, sich in der Turnhalle zu orientieren.
Hier im Bild: Spielfeldbegrenzungen durch Hütchen. Die farblichen Markierungen veranschaulichen das eigene und gegnerische Spielfeld statt der Bodenlinien: Spielfeld Mitte durch rote, hohe Hütchen, die Seitenspielflächen durch niedrigere blaue Hütchen. Durch die "Höhe" sind Hütchen deutlich besser wahrzunehmen, als Linien am Boden. Mögliche Nachteile durch die zusätzlichen Gegenstände sind im Einzelfall abzuwiegen und in die Sicherheitsbewertung zu integrieren.

Durchführung: Die Schülerinnen und Schüler verwenden zusätzliche Geräte bzw. Hilfsmittel.
Hier im Bild: Ein Rollator ermöglicht, auch längere Gehstrecken zu bewältigen. Ebenso ermöglicht er längeres Stehen, so dass etwa bei einer Schiedsrichterolle das Spielfeld - im Vergleich zum Sitzen - besser überblickt werden kann.
Hinweise zur Beratung durch den MSD kmE: Eine enge Absprache mit den Erziehungsberechtigten, dem Kind bzw. der/dem Jugendlichen und ggf. dem MSD kmE hilft, die notwendige Routine im unterrichtlichen Einsatz des Hilfsmittels zu erlangen. Der MSD kme gibt z. B. Hinweise zur Auswahl der Materialien und Geräte und sowie dem unterrichtlichen Umgang mit Hilfsmitteln. Grundlegende Informationen zu Hilfsmitteln sowie der diesbezüglichen Zusammenarbeit mit dem MSD finden Sie in der ISB Veröffentlichung "Greifen und Begreifen" im Baustein "Hilfsmittel".

Durchführung: Die Schülerinnen und Schüler verwenden zusätzliche Geräte bzw. Hilfsmittel.
Hier im Bild: Ein Zug-Gerät bzw. "Handbike" ermöglicht es Schülerinnen und Schülern im Rollstuhl, längere Strecken (oftmals auch in höherer Geschwindigkeit) zurückzulegen.
Hinweise zur Beratung durch den MSD kmE: Eine enge Absprache mit den Erziehungsberechtigten, dem Kind bzw. der/dem Jugendlichen und ggf. dem MSD kmE hilft, die notwendige Routine im unterrichtlichen Einsatz des Hilfsmittels zu erlangen. Der MSD kme gibt z. B. Hinweise zur Auswahl der Materialien und Geräte und sowie dem unterrichtlichen Umgang mit Hilfsmitteln. Grundlegende Informationen zu Hilfsmitteln sowie der diesbezüglichen Zusammenarbeit mit dem MSD finden Sie in der ISB Veröffentlichung "Greifen und Begreifen" im Baustein "Hilfsmittel".
auf Basis von: Gugel, D.: Methodische Hinweise für die inklusive Unterrichtsgestaltung. In: Bayerische Landesstelle für den Schulsport. Führerschein für den Inklusionssportunterricht. 53-55.
DGUV: Alternative Nutzung von Sportgeräten. Sicherheit im Schulsport.
"Auch beim Bewegen und Spielen an alternativen Gerätekombinationen und -arrangements gilt ihre Verpflichtung, das Risiko zu dosieren und kalkulierbar zu gestalten [...]
Die Broschüre möchte aus diesem Grunde den Sportunterricht erteilenden Lehrerinnen und Lehrern Hilfen und Anregungen geben, sportpädagogische Zielsetzungen sicher umzusetzen. Sie enthält Hinweise auf Gefahren bei der alternativen Nutzung von Sportgeräten, zeigt entsprechende Unfallverhütungsmaßnahmen auf und stellt positive, aber auch bedenkliche und gefährliche Beispiele von Gerätearrangements vor." (DGUV 202-052; S.5)
Handreichung: “Alternative Nutzung von Sportgeräten” der DGUV.
Abbildungsnachweis
- Bildnachweis zum Vorschaubild der Seite: © Wolf
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