Zum Inhalt springen
  • ISB Prisma - Magazin für Schule & Unterricht
  • Auf dem Weg zum KESCH-Konzept

Kapitel 1

Entwicklung eines schulspezifischen Konzepts zur Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Kapitel 2

Rahmenbedingungen und Zielsetzung

Kapitel 3

Der Weg zum KESCH-Konzept

Kapitel 4

Aufbau eines KESCH-Konzepts

Aufbau eines KESCH-Konzepts

Zur Orientierung und als Anregung wird im Folgenden ein möglicher Aufbau eines schulspezifischen Konzepts zur Bildungs- und Erziehungspartnerschaft beschrieben. Bei der Strukturierung und inhaltlichen Ausgestaltung ist zu bedenken, dass für eine Beschlussfassung in den Gremien und im Schulforum eine Beschränkung auf Wesentliches sinnvoll ist. Einzelheiten zur Durchführung von Aufgaben oder zur Entwicklung neuer Ansätze, wie detaillierte Zeit- und Aufgabenpläne, gehören zum Projektmanagement. Sie sollten in der Regel nicht Bestandteil des Konzepts sein, um die Flexibilität bei der Umsetzung zu wahren.

Letztlich ist nicht die Umsetzung einer formalen Vorgabe entscheidend, sondern ob das Konzept die Zusammenarbeit an der einzelnen Schule adäquat widerspiegelt und seine Informations-, Dokumentations- und Steuerungsfunktion erfüllt.

Mögliche Grundstruktur

A. Leitgedanken (Leitsatz, Motto)

Visionen entwickeln – Leitziele festlegen – Schulentwicklung anstoßen

Das Konzept dokumentiert nicht nur den Status quo der Partnerschaft, sondern ist auch der Zukunft verpflichtet und zeigt damit die Richtung der Weiterentwicklung auf. Diese grundsätzliche Orientierung kann eine Präambel beinhalten. Darin enthaltene Leitgedanken können Ergebnis der Arbeit am Konzept sein, sie können aber auch einem bestehenden Leitbild oder Schulprogramm entnommen werden.

B. Schulspezifische Gegebenheiten (Schulprofil)

Identifizieren von schulspezifischen Besonderheiten mit Bedeutung für die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Hier werden wesentliche Gegebenheiten der Schule zusammengestellt, die die Art und die Intensität der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus bzw. Erziehungsberechtigten prägen, etwa: 

- Größe der Schule und Einzugsgebiet,

- Zusammensetzung der Schüler- und Elternschaft,

- Profil der Schule (Ganztagsschule, Schulprofil Inklusion, Medienreferenzschule etc.),

- Zusammensetzung des Kollegiums und Schulpersonals (z. B. Lehrkräfte mit spezifischen Beratungskompetenzen, Sozialarbeiter, „Grundschullotse“),

- besondere pädagogische Ansätze.

Diese Zusammenstellung von Rahmenbedingungen soll den Zusammenhang zwischen Bedürfnissen bzw. Notwendigkeiten und gewählten Zielen/Maßnahmen verdeutlichen. Gerade an größeren Standorten darf nicht vorausgesetzt werden, dass alle Beteiligten einen Gesamtüberblick über die Schule haben. Eine Nutzung der Informationen aus vorliegenden Evaluationsberichten macht die gewünschten Informationen schnell verfügbar und schafft Transparenz.

C. Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung einer differenzierten Elternarbeit

Bestandsaufnahme der Ziele und Maßnahmen der bereits etablierten Elternarbeit („Erhaltungsziele“)

Definieren von neuen Zielen („Entwicklungsziele“) und Zuordnen der geplanten Maßnahmen als Grundlage von Projekten

Hier werden die Ziele der Schule und die schon realisierten oder laufenden sowie die geplanten Maßnahmen (Projekte) beschrieben. Eine Gliederung anhand der vier Qualitätsbereiche der Leitlinien zur Gestaltung der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft von Schule und Elternhaus (Gemeinschaft, Kommunikation, Kooperation, Mitsprache) bietet sich an.

Die folgenden fünf W-Fragen können bei der Ausarbeitung dieses Abschnitts eine wertvolle Orientierung bieten:

1. Was wollen wir klären? (Problemstellungen und offene Fragen sammeln)

2. Welche positiven Erfahrungen haben wir? (IST-Zustand erheben)

3. Was könnte sein? (Zielvorstellungen und Indikatoren zusammenstellen)

4. Was sollte sein? (Notwendigkeiten einbeziehen)

5. Was wird sein? (Umsetzung planen, Überprüfungsmöglichkeiten bestimmen)

Hinweis: Werden schulspezifische Maßnahmen oder Instrumente umgesetzt, die von den verbindlichen Regelungen der Schulordnungen zur Zusammenarbeit mit den Eltern abweichen (vgl. Art. 69 Abs. 4 Satz 2 Nr. 7 BayEUG), so sollten diese gekennzeichnet und ggf. kurz begründet werden, um Transparenz herzustellen.

D. Qualitätssicherung

Evaluation als Bestandteil einer kontinuierlichen Weiterentwicklung

An dieser Stelle sollte dargelegt werden, wie die Qualität der schulspezifischen Bildungs- und Erziehungspartnerschaft gesichert und die Zielerreichung überprüft wird, z. B.

- Maßnahmen der internen Evaluation, u. a. auch an wen zu welchem Zeitpunkt welche Ergebnisse berichtet werden,

- das geplante Vorgehen, z. B. Befragungen der Eltern, Erziehungsberechtigten, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte,

- die dabei zugrunde gelegten Erfolgsindikatoren,

- den Turnus der Überprüfung des Konzepts und

- die Zuständigkeit für Qualitätssicherung.

E. Beteiligung der Schulgemeinschaft

Dokumentation der Mitwirkung aller relevanten Gruppen

Die Schule entwickelt das schulspezifische Konzept zur Kooperation mit den Eltern und Erziehungsberechtigten in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Gremien (Lehrerkonferenz, Elternbeirat und SMV und ggfs. Schülerparlament) und beschließt es im Einvernehmen mit dem Schulforum bzw. Elternbeirat und Berufsschulbeirat. Um Transparenz und Akzeptanz zu sichern, ist eine Erfassung wichtiger Schritte und Ergebnisse hilfreich. Wesentliche Stationen dieses Entwicklungsprozesses und das Ergebnis der Beschlussfassung im Schulforum können hier vermerkt werden.

Bearbeitbare Vorlagen für KESCH-Konzept und Prozessformular

Die folgende Vorlage kann als Grundlage für das KESCH-Konzept weiterentwickelt werden.

Das Prozessformular dient als Grundlage für die Ausarbeitung eines konkreten Handlungsfeldes. 

Als Anregung für die Gestaltung dienen folgende KESCH-Konzept-Beispiele sowie exemplarische Prozessplanungen zu Einzelzielen:

Die vorliegenden Beispiele für die Gestaltung von KESCH-Konzepten sowie zur Ausarbeitung konkreter Ziele sind als mögliche Impulse gedacht, wie man an der eigenen Schule in die Umsetzung gehen könnte.

KESCH-Impuls: Mittelschule

Prozessformular Beispiel: Kommunikation und Kooperation

KESCH-Impuls: Wirtschaftsschule

Prozessformular Wirtschaftsschule: Kommunikation

  • Kapitel 4 als PDF für den Download

    PDF, 363 KB

    Download

    PDF, 363 KB

Newsletter

Hier können Sie sich für einen oder mehrere ISB-Newsletter an- und abmelden. Sie erhalten dann eine E-Mail zur Bestätigung und Auswahl der ISB-Newsletter.