1966 – Zwei Keimzellen, eine Idee
Die Geburtsstunde des heutigen Instituts schlug am 23. März 1966 mit einer historischen Haushaltsrede des damaligen Kultusministers Dr. Ludwig Huber vor dem Bayerischen Landtag. Angesichts gesellschaftlicher Umbrüche hielt er fest, dass das Ministerium für die Bewältigung der anstehenden Reformen eine völlig neue wissenschaftliche Unterstützung benötigt.
Es bedarf eines speziellen Organs, das beobachtet, plant, prüft und vorschlägt.
Dr. Ludwig Huber, Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus (Haushaltsrede vor dem Landtag, 23. März 1966)

Mit der amtlichen Bekanntmachung vom 12. August 1966 wurde die Gründung von zwei eigenständigen, dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus unmittelbar nachgeordneten Instituten mit Wirkung zum 1. September 1966 in Gauting bei München beschlossen: das Staatsinstitut für Gymnasialpädagogik (IGP) und das Staatsinstitut für Bildungsforschung und -planung (IfB).
Die zwei Säulen der Reform
Die beiden Institute teilten sich die anstehenden Aufgaben der bayerischen Bildungsexpansion:
Das Jubiläums-Quiz – Runde 1
Testen Sie Ihr Wissen! Die Auflösung finden Sie im nächsten Schlaglicht im August.
Frage 1: Die zeitgleiche Gründung des IfB und des IGP im Jahr 1966 spiegelt ein klassisches Dilemma der Bildungspolitik wider. Welche Kernherausforderung sollte durch die viel spätere Zusammenführung zum ISB gelöst werden?
- A: Die räumliche Trennung der verschiedenen bayerischen Universitätsstandorte aufzuheben.
- B: Die Verwaltung der staatlichen Lehrergehälter aus den Ministerien in ein eigenständiges Institut auszuüben.
- C: Die chronische Entkopplung von theoretisch-statistischer Bildungsforschung (IfB) und konkreter, schulpraktischer Curriculum-Entwicklung (IGP) zu beenden.
- D: Die ausschließliche Konzentration des Instituts auf die Primarstufe und das Pflichtschulwesen zu verlagern.
Frage 2: Als das Institut im Zuge seiner Entwicklung im Jahr 2003 das Wort „Schulqualität“ in den Namen aufnahm, vollzog sich ein Paradigmenwechsel. Welches moderne Steuerungsverständnis im Bildungswesen spiegelt sich darin wider?
- A: Der Übergang von einer reinen Input-Steuerung (Vorgabe von Lehrplänen) hin zu einer Output- und Prozessorientierung (Evaluation und Systemqualität).
- B: Die gesetzliche Beschränkung des ISB auf die Überprüfung von baulichen und technischen Standards an Schulen.
- C: Die organisatorische Unterordnung des Instituts unter die internationalen PISA-Konsortien.
- D: Der Verzicht auf wissenschaftliche Begleitforschung zugunsten einer reinen Lehrkräftefortbildung.
Ausblick auf das August-Schlaglicht
Schlaglicht 2: Die medienpädagogische DNA – Die Unterrichtsmitschau. Wie aus einem weltweit beachteten Pionierprojekt mit tonnenschwerer Studiotechnik an der LMU München das medienpädagogische Fundament für die digitale Zukunft des ISB gelegt wurde.
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