PIT - Prävention im Team (überarbeitete und erweiterte Auflage)

Ein Programm zum sozialen Lernen und zur Kriminalprävention im Jugendalter
Die Handreichung „PIT – Prävention im Team“ enthält Unterrichtsbeispiele und Materialien zur Prävention gegen Gewalt, Sucht und Eigentumsdelikte sowie zur Persönlichkeitsbildung. Sie ist hauptsächlich für den Einsatz in den Jahrgangsstufen 5 mit 8 bestimmt, ist schulartübergreifend konzipiert und setzt bei der Durchführung auf die Zusammenarbeit der Schulen mit der Polizei und anderen außerschulischen Partnern (z. B. Justiz, Jugendhilfe, Drogenberatung).
Die beiden Bayerischen Staatsministerien für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst und des Innern führen das schulische Präventionsprogramm "PIT - Prävention im Team" seit dem Jahre 2003 in gemeinsamer Verantwortung durch.
Das ursprünglich aus Schleswig-Holstein stammende PIT-Konzept ist in den Jahren 2001/02 zunächst an 43 bayerischen Volks-, Haupt- und Realschulen erfolgreich erprobt und begleitend evaluiert worden, ehe es von Arbeitskreisen an BLKA und ISB noch einmal grundlegend überarbeitet, modifiziert, aktualisiert und allen Schulen
(Sek. I) als PIT-Programm zugänglich gemacht worden ist.

Nach der erneuten Überarbeitung und umfassenden Erweiterung des PIT-Programms um aktuell bedeutsame Bausteine - wie z. B. ein Lebenskompetenztraining und ein Modul zum Umgang mit digitalen Medien im Bereich der Gewaltprävention - wird das kooperative Präventionsprogramm PIT in einer Neuauflage ab Mitte März 2011 erneut flächendeckend allen Schulen der Sekundarstufe I in Bayern zugänglich gemacht.

Die je von einem Arbeitskreis am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) beziehungsweise am Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) erarbeiteten praxisbezogenen Unterrichtseinheiten zur Präventionsarbeit in den Bereichen "Gewalt", "Sucht" und "Eigentum" und die damit verknüpften Teamübungen für Schülerinnen und Schüler, die den Unterricht in Bezug auf das soziale Lernen erweitern und nachhaltig werden lassen, sind beispielgebend für den Umgang mit präventiven Maßnahmen.
Die im PIT-Programm vorgestellten Einheiten sollen im thematisch ausgerichteten Unterricht zu einem der drei großen Themenfelder (Gewalt, Sucht, Eigentum) mit passend ausgewählten Teamübungen aus dem Bereich des sozialen Lernens verbunden werden - sowohl während der Phase, in der eine Lehrkraft unterrichtet, als auch in der Phase, in der ein Jugendkontaktbeamter der Polizei oder ein anderer Experte (z. B. zum Thema "Sucht") im Unterricht der Schülerinnen und Schüler anwesend ist.
Diese Teamübungen sind unverzichtbar im Bereich der nachhaltigen Präventionsarbeit - sie dienen dem Aufbau und der Vertiefung der sozialen Kompetenzen ebenso wie der Wertevermittlung, dem Aggressionsabbau und der Persönlichkeitsstärkung bei den Schülerinnen und Schülern.

Neben thematisch ausgerichteten Unterrichtseinheiten und sozialen Teamübungen enthält jeder PIT-Ordner einen eigenen Polizeiteil, der es Lehrkräften wie Polizeibeamten erleichtert, ihren jeweiligen Part in den Klassen wahrzunehmen, im Team zu agieren und den jungen Menschen realitätsnahe Praxisbeispiele nahe zu bringen.

Beispielhaft erarbeitete Vorschläge für eine intensive Zusammenarbeit der Schule-Polizei-Teams mit den Eltern beziehen das außerschulische Umfeld ganz bewusst und konkret mit ein (z. B. zu PIT-Elternabenden, bei Befragungen zum Klassenklima oder beim Thema "Medienwelten im Kinderzimmer").
Literatur-, Link- und kommentierte Medienlisten sowie Adressen möglicher Ansprechpartner runden das PIT-Programm ab und empfehlen es für den Einsatz in der primärpräventiven Arbeit an allen bayerischen Schulen.

Das PIT-Programm ist als Angebot zu verstehen, das konkrete Möglichkeiten einer Umsetzung des Präventionsgedankens im Rahmen des schulischen Unterrichts aufzeigt. Um die Ziele von PIT erreichen zu können, ist den themenorientierten Präventionseinheiten für die Jahrgangsstufen 6-9 ein "Basistraining der allgemeinen Lebenskompetenzen" für die Jgst. 5 vorangestellt. Darauf aufbauend können jederzeit weitere Einheiten auch anderer Life-Skills-Programme angedockt werden.

Nicht nur beim Themenbereich "Eigentum/Diebstahl" sollte relativ früh mit der Präventionsarbeit begonnen werden. Angesichts der steigenden Fallzahlen bei Handy-Slapping, Cyber-Bullying, Koma-Saufen oder Shisha-Rauchen sollten auch die Themen "Gewalt" und "Sucht" nicht zu spät behandelt werden. Hier bietet sich an, schon in Jgst. 5 und Jgst. 6 ein Basisprogramm durchzuführen, um dann in den Jgst. 7/8/9 im Sinne der Nachhaltigkeit darauf aufbauen zu können. Die thematischen Schwerpunkte können in den einzelnen Jahrgangsstufen je nach Aktualität und Dringlichkeit gesetzt werden.
An den Schulen bereits bestehende Initiativen zu den genannten oder ähnlichen Themen können jederzeit in das PIT-Programm integriert werden (z. B. ab Jgst. 5/6 zu Achtsamkeit und Toleranz, ab Jgst. 8/9 zu Liebe, Partnerschaft und Aids oder zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit).

Erklärtes Ziel des PIT-Programms ist es, das soziale Klima in den Klassen zu verbessern, den Jugendlichen konstruktive Konfliktlösungsmöglichkeiten an die Hand zu geben, die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler, ihr Wertebewusstsein und ihre Verantwortung für gefährdete Mitschülerinnen und Mitschüler zu stärken sowie ihre Zivilcourage zu fördern.
Langfristig sollen durch das Präventionsprojekt PIT stabile Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen den Schulen, mit der Polizei und anderen mit der Präventionsarbeit befassten Institutionen aufgebaut werden.
Ansprechpartnerin:
Gudrun Pfab
Preis:
Kostenlos
Veröffentlicht:
Mai 2011
Schularten:
Förderschulen, Gymnasium, Mittelschule, Realschule, Wirtschaftsschule
Bezug:
Dieses Dokument ist online verfügbar.
Gedruckte Exemplare (soweit der Vorrat reicht) können angefordert werden bei:
gudrun.pfab@isb.bayern.de
Herausgeber:
Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus,
Wissenschaft und Kunst
Salvatorstraße 2
80333 München
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