Natur und Technik (NT) im achtjährigen Gymnasium

Häufig gestellte Fragen und Antworten
Wie ist das Fach Natur und Technik aufgebaut?
Im Fach Natur und Technik werden in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 unterschiedliche fachliche Schwerpunke gesetzt: In der Jahrgangsstufe 5 stehen die Bereiche Naturwissenschaftliches Arbeiten und Biologie im Vordergrund. In Jahrgangsstufe 6 liegt der Schwerpunkt weiterhin auf Biologie sowie auf Informatik, während in der Jahrgangsstufe 7 neben Informatik vor allem Physik unterrichtet wird. Bausteine aus der Chemie und Bezüge zur Technik sind in allen drei Jahrgangsstufen enthalten.

Jgst. 7
  • Schwerpunkt Informatik (1)
  • Schwerpunkt Physik (2)

Jgst. 6
  • Schwerpunkt Informatik (1)
  • Schwerpunkt Biologie (2)

Jgst. 5
  • Schwerpunkt Biologie (1,5)
  • Schwerpunkt Naturwissenschaftliches Arbeiten (1,5)

Wer unterrichtet Natur und Technik?
Der vom Staatsministerium herausgegebene Leitfaden zur Einführung des achtjährigen Gymnasiums gibt dazu folgende Information: "Das Modul Naturwissenschaftliches Arbeiten in Jahrgangsstufe 5 vereinigt alle naturwissenschaftlichen Fächer sowie Erdkunde, so dass hier die Schule entscheiden kann, aus welchem der Bereiche Biologie, Chemie, Physik oder Erdkunde der Lehrereinsatz erfolgen soll. Für die Module mit fachlichem Schwerpunkt wird das Fachlehrerprinzip beibehalten; die integrierten Inhalte aus der Chemie werden vom Biologie- bzw. Physiklehrer unterrichtet." Obwohl im Fach Natur und Technik in den einzelnen Jahrgangsstufen unterschiedliche Lehrkräfte unterrichten, muss in jedem Fall "eine naturwissenschaftlich einheitliche Arbeitsweise gewährleistet sein". Der modulare Aufbau des Lehrplans erlaubt daher zahlreiche Möglichkeiten für Vernetzungen. Dies erfordert eine intensive Zusammenarbeit oder zumindest detaillierte Absprachen der beteiligten Lehrkräfte.

Darf man die Klassen im Schwerpunkt Naturwissenschaftliches Arbeiten teilen?
Der vom Staatsministerium herausgegebene Leitfaden zur Einführung des achtjährigen Gymnasiums gibt dazu folgende Information: "Da die Schülerinnen und Schüler im Modul Naturwissenschaftliches Arbeiten vorrangig praktisch arbeiten und experimentieren, sind sie in angemessener Weise mit den Sicherheitsrichtlinien vertraut zu machen; der Unterricht sollte in der Regel in einem naturwissenschaftlichen Fachraum stattfinden. Der Lehrplan enthält Themenbereiche, die auch experimentell ohne Schwierigkeiten mit der gesamten Klasse erarbeitet werden können. Zur Profilierung einer Schule im naturwissenschaftlichesn Bereich bietet es sich an, eine Klasse der üblichen Größe im Naturwissenschaftlichen Arbeiten zu teilen. Verfügt eine Schule nur über kleine Praktikums- bzw. Übungsräume, so muss geteilt werden. Die Stunden für die Klassenteilung sind aus dem einer Schule zur Verfügung stehenden Gesamtbudget zu entnehmen. (...) Im Notfall, insbesondere wenn bestimmte Experimente oder räumliche Gegebenheiten es erforderlich machen, muss im Naturwissenschaftlichen Arbeiten zeitweise eine Klassenteilung mit vierzehntägigem Unterricht oder Blockbildung erfolgen."

Wie kann man Natur und Technik an der Schule zeitlich und personell organisieren?
Durch den modularen Aufbau des Fachs NT ergeben sich Fragen zur Lehrerzuteilung und zur zeitlichen Organisation der Schwerpunkte. Je nach Möglichkeiten der Schule und Entscheidung bezüglich der Verteilung der Budgetstunden gibt es unterschiedliche Lösungen zur organisatorischen Umsetzung von Natur und Technik. Über die Mailingliste zur "Lehrerdatei an Schulen" ging hierzu Anfang Mai 2004 eine Sammlung von Vorschlägen für die Jahrgangsstufen 5 und 6 an alle Gymnasien. Ein Auszug daraus kann hier unter dem Titel Vorschläge zur organisatorischen Umsetzung von Natur und Technik heruntergeladen werden. Das Fach Natur und Technik kann auch in die Intensivierung mit einbezogen werden: "Eine der zur Verfügung stehenden Intensivierungsstunden (Lehrerstunden) sowie eine der 3 in der Stundentafel vorgesehenen NT-Stunden werden zusammengeführt, um im Fach NT einmal wöchentlich eine Klassenteilung durchführen zu können, die z. B. als Experimentierstunde oder Informatikstunde in halber Klassenstärke verwendet werden kann. Diese Variante mit der Einbeziehung einer Wochenstunde des Faches NT bietet den Vorteil, dass insgesamt vier Fächer intensiviert werden können, da die 'unverbrauchte' Intensivierungsstunde (Lehrerstunde) zur Intensivierung eines weiteren Faches (ausnahmsweise in ungeteilter Form) genutzt werden kann".

Ist NT ein Vorrückungsfach? Wie werden Noten gebildet?
Natur und Technik wird Vorrückungsfach in allen drei Jahrgangsstufen sein. Im Zeugnis gibt es eine Note für Natur und Technik. Die Bildung der Gesamtnote erfolgt nach den Vorgaben der GSO, wobei jeder Schwerpunkt als unabhängige Einheit betrachtet werden kann. Weitere Regelungen sind nicht vorgesehen, so dass die erforderlichen Absprachen, z. B. bezüglich der Gewichtung der Schwerpunkte, von den Fachschaften zusammen mit der Schulleitung zu treffen sind. Die Diskussionen der letzten Jahre zur Leistungsbewertung in naturwissenschaftlichen Fächern führten zu dem Konsens, dass die Art des Lösungsweges, die Kreativität des Vorgehens sowie die Qualität der Dokumentation und Präsentation von Experimenten berücksichtigt werden sollen.

Wer übernimmt das Anlegen und die Pflege einer Sammlung? Wer übt die Tätigkeiten der Fachbetreuung (Koordination; Respizienz etc.) aus?
Die Fachkoordination und Sammlungsleitung für Natur und Technik wird im neuen Funktionenkatalog (KMS VI.7- 5S5400 - 6.619 vom 12.8.2004) geregelt: "Für das Fach Natur und Technik wird die Funktion einer Fachkoordination und Sammlungsleitung für Natur und Technik mit der Funktionsnummer 8036 eingeführt. Die Übertragung dieser Funktion kann rückwirkend zum August 2003 erfolgen, wenn die Lehrkraft im Sinne der Funktionsbeschreibung seit diesem Zeitpunkt tätig ist. Die Funktion kann nur an Lehrkräfte mit der Lehrbefähigung für Biologie, Chemie, Physik oder Informatik vergeben werden. Die in Jahrgangsstufe 5 erteilten Wochenstunden in NT begründen die Sammlungsleitung, die in Jahrgangsstufe 6 und 7 erteilten Wochenstunden werden zu 50 % den in Biologie und zu je 25 % den in Physik und Informatik erteilten Wochenstundenzahlen zugeordnet und zählen zur jeweiligen Fachbetreuung. Diese Verteilung berücksichtigt auch die in Jahrgangsstufe 5 der Biologie zugeordneten Stunden.(...) Für alle Sammlungsleitungen sowie für die Funktion (...) mit der Funktionsnummer 8036 (...) gilt folgende Regelung: Die für die Vergabe einer 1. und - neu - 2. Fachbetreuung erforderliche Mindeststundenzahl reduzieren sich um 20 Wochenstunden, wenn zugleich eine der genannten Sammlungsleitungen ausgeübt wird." Die Fachkoordination umfasst gemäß dem vom Staatsministerium herausgegebenen Leitfaden zur Einführung des achtjährigen Gymnasiums "die Abstimmung der Schwerpunkte untereinander, fächerübergreifende Projekte, Umsetzung des Technikgedankens usw. Je nach fachlichem Schwerpunkt erfolgt die Respizienz durch den entsprechenden Fachbetreuer.

Gibt es genügend Fachräume für den Schwerpunkt NA, vor allem für geteilte Klassen?
Für den Schwerpunkt Naturwissenschaftliches Arbeiten gilt sinngemäß das KMS vom 26.03.2003 Nr. VI.8-5 S5402-6. 29817: "Da es sich um ein Fach handelt, in dem die Schüler vorrangig praktisch arbeiten und selbst experimentieren, ist es meist unumgänglich, dass der Unterricht in einem Übungsraum durchgeführt wird. Neben den Physik-, Chemie- und Biologieübungsräumen kommt auch der Werkraum oder der Kunsterziehungssaal in Frage. Manche Themen können aber durchaus auch im Klassenzimmer oder im Freien erarbeitet werden."

Müssen im Schwerpunkt NA alle Themenbereiche nacheinander abgearbeitet werden? Sind die aufgelisteten Detailinhalte alle verbindlich?
Den Formulierungen im Lehrplan ist eine relativ große Offenheit der Unterrichtsgestaltung zu entnehmen: "Die in NT 5.1.2 angegebenen Themenbereiche (Erfahrungen, Anwendungen) spiegeln einen weiten Bereich von im Alltag erfahrbaren Phänomenen und Bezügen wider. An ausgewählten Beispielen aus unterschiedlichen Themenbereichen werden die Schüler mit den in NT 5.1.1 genannten Arbeitsmethoden vertraut. Sie bekommen einen ersten Eindruck von den Teilgebieten der Naturwissenschaften, wobei kein systematischer Fachunterricht vorweggenommen wird." Aus dem Lehrplan geht eindeutig hervor, welche Inhalte verbindlich sind und welche Erfahrungen und Anwendungen zur Auswahl stehen. Ein Abarbeiten aller angebotenen Detailinhalte widerspräche völlig der Intention des Faches.

Wurde bei der Erstellung des Lehrplans der Lehrplan für die Grundschule berücksichtigt?
Die Anbindung an den vorhergehenden Unterricht der Grundschule im Heimat- und Sachunterricht ist ausdrücklich beabsichtigt. Es ist ein Aufgreifen bereits kennen gelernter Arbeitsweisen und -techniken möglich. An manchen Schulen gibt es Kontaktgespräche zu den Grundschulen des Einzugsgebietes, die zur Information genutzt werden können.

Können die Intensivierungsstunden zur Klassenteilung im Naturwissenschaftlichen Arbeiten verwendet werden?
Eine neue Möglichkeit der budgetneutralen Klassenteilung in Natur und Technik (NA, Inf) eröffnet das KMS vom 17. Juni 2005 Nr. VI.5 – 5 S 5405 – 6.39198: "In den Jahrgangsstufen 5 und 6, in denen es drei Intensivierungsstunden gibt, wird den Schulen die Möglichkeit eingeräumt, eine dieser drei Stunden mit den Fachunterrichtsstunden zu verbinden. D. h.: Die Intensivierung erfolgt durch Teilung von zwei Fachunterrichtsstunden (v. a. in Kernfächern oder auch in den Experimentalstunden des Faches Natur und Technik)."
Ansprechpartner:
Ernst Hollweck
Fach:
Natur und Technik
Schulart:
Gymnasium
Herausgeber:
Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung
Schellingstraße 155
80797 München