Berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge

Beschulung von berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen an bayerischen Berufsschulen
Um berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen eine Perspektive hin zu einer beruflichen Ausbildung zu ermöglichen, sind im Rahmen einer ein- bis zweijährigen Berufsvorbereitungsphase besondere Konzepte an den Berufsschulen erforderlich. Diese berücksichtigen in adäquater Weise die Besonderheiten dieser Schülergruppe, die spezifischen rechtlichen Rahmenbedingungen und die unterrichtlichen Bedürfnisse von berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen, gerade im Bereich der Sprachförderung.
Die Beschulung berufsschulpflichtiger Asylbewerber und Flüchtlinge stellt eine neue und anspruchsvolle Herausforderung für die bayerischen Berufsschulen dar. Asylbewerber und Flüchtlinge sind eine heterogene Schülergruppe, die besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen unterliegt und auch im Unterricht, gerade im Bereich der Sprachförderung, besondere Bedürfnisse hat.

Die vorliegende ISB-Handreichung zur Beschulung von berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen soll für Lehrkräfte, die in diesem Bereich neu unterrichten, aber auch für erfahrene Lehrkräfte ein hilfreiches Nachschlagewerk sein und sie bei der Planung des Unterrichts und bei der Lernorganisation unterstützen. Darüberhinaus liefert die Handreichung hilfreiche Hinweise und Tipps zu schulorganisatorischen Belangen und stellt wichtige Organisationen und Behörden, mit denen sich die Schulen vernetzen können, vor. Abschließend erläutert sie wichtige Rechtsbegriffe aus den Bereichen Aufenthalts- und Ausländerrechts.

Die Handreichung gliedert sich in die Kapitel:

  1. Asylbewerber und Flüchtlinge – eine besondere Schülergruppe,
  2. Unterricht,
  3. Schulorganisatorisches,
  4. Netzwerke und
  5. Rechtliches.

Die Fortschreibung und Ergänzung der Handreichung durch weitere wertvolle Erfahrungen der beteiligten Berufsschulen und durch einzelne Unterrichtsbeispiele erfolgt im Nachgang. Wo es notwendig ist, werden die im Kapitel Unterricht vorgestellten sprachwissenschaftlichen Ausführungen noch durch Praxisbeispiele angereichert. Möglicherweise ändern sich darüber hinaus auch rechtliche Rahmenbedingungen, die Eingang in die Handreichung finden müssen.

Exemplarisch ausgearbeitete Unterrichtsmaterialien zur Sprachförderung in der beruflichen Bildung mit folgenden Zielsetzungen:

  • Förderung auf der Basis eines Einschätzungsverfahrens
  • Aus dem Fachlehrplan abgeleitete Handlungssituationen
  • Berufsrelevant und praxisnah
  • Differenzierung der Materialien in drei Anforderungsstufen
  • Methodische Hinweise für fachfremd unterrichtende Lehrkräfte – bezogen auf das Unterrichtsfach Deutsch
  • Einsetzbar im Fach- und Deutschunterricht

enthält die ISB-Handreichung „Berufssprache Deutsch“, die ebenfalls auf der Homepage des ISB zu finden ist. Die Förderung zielt auf alle Jugendlichen mit besonderem Sprachförderbedarf, also auch auf Jugendliche mit Migrationshintergrund, mit Deutsch als Zweitsprache sowie allgemein auf Jugendliche mit niedrigem oder keinem Bildungsabschluss. 

Aktuelle Fortbildungsangebote (v. a. regional in den Regierungsbezirken) zum Thema finden Sie immer wieder unter http://fortbildung.schule.bayern.de/.
Ansprechpartner:
Andreas Streinz
Veröffentlicht:
aktualisiert: Mai 2015
Schulart:
Berufsschule
Bezug:
Dieses Dokument ist online verfügbar.
Herausgeber:
Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung
Schellingstraße 155
80797 München

Weiterführende Materialien: