Sport

an der Beruflichen Oberschule

Informationen zum Fach Sport

Der Sportunterricht an der Fachoberschule baut auf dem Sportunterricht der Real- und Wirtschaftsschule sowie des Gymnasiums auf. Es werden Entwicklungsstand, Einstellungen und Verhaltensorientierungen des jungen Erwachsenen berücksichtigt und eine ganzheitliche Sicht sportlicher Betätigung vermittelt.
Die Ziele und Inhalte des Sportunterrichts werden in den vier Lerngebieten:
Gesundheit, Fairness/Kooperation, Umwelt und Leisten/Gestalten/Spielen dargestellt. Das Lerngebiet Leisten/Gestalten/Spielen ist das zentrale Lerngebiet, in dem nicht nur die Ziele und Inhalte der Lerngebiete Gesundheit, Fairness/Kooperation und Umwelt, sondern auch eigenständige, auf das Erlernen und Vervollkommnen bestimmter Sportarten bezogene Inhalte und Ziele verwirklicht werden.
Das Lerngebiet Gesundheit ist für den Sportunterricht besonders wichtig, da ein gesundheitsorientierter Sport einen wesentlichen Beitrag zu einer gesunden Lebensführung leisten kann. Das zugrunde liegende Gesundheitsverständnis umfasst physische, psychische, soziale sowie ökologische Aspekte und berücksichtigt insbesondere das dynamische Gleichgewicht von Schutz- und Risikofaktoren. Zur Verwirklichung einer gesunden, sportorientierten Lebensweise sind Erfahrungen, Fähigkeiten, Kenntnisse, Einstellungen und Werthaltungen besonders wichtig. Aufgrund ihrer überragenden Bedeutung für die Gesundheit des Menschen und ihrer geringen Verletzungs- und Schädigungsrisiken werden die gesundheitsorientierten Fitnessfaktoren grundsätzlich im Sportunterricht berücksichtigt. Die sozialen und ökologischen Gesundheitsfaktoren werden in den Lerngebieten Fairness/Kooperation und Umwelt mit dargestellt. Die Gewöhnung der Schülerinnen und Schüler an eine gesundheitsfördernde Lebensweise und die Schaffung eines entsprechenden Bewusstseins werden angestrebt. Dabei stehen die Entwicklung einer überdauernden Motivation für aktiven gesundheitsorientierten Sport sowie die Einsicht, dass jeder selbst die Verantwortung für seine gesunde Lebensführung
übernehmen muss, im Vordergrund.
Sportunterricht beinhaltet soziales Lernen und bietet Handlungs- und Erfahrungsgelegenheiten für praxisorientierte Sozialerziehung. Diese umfasst im Lerngebiet Fairness/Kooperation das Kennenlernen, Akzeptieren und Entwickeln von Spiel-, Wettkampf- und Verhaltensregeln als Grundlage eines die Gemeinschaft fördernden und zugleich individuelle Bedürfnisse befriedigenden Sports. Regelsysteme und Verhaltensweisen sind so zu gestalten, dass sie den Voraussetzungen, Erwartungen und Interessen der Beteiligten im Rahmen der übergeordneten Wertmaßstäbe von Fairness und Kooperation gerecht werden. Hierzu gehört ein über regelgerechtes Verhalten hinaus wertorientiertes, individuelles, partner- und gemeinschaftsbezogenes Handeln, bei dem die Bedürfnisse Anderer wahrgenommen und mit den eigenen abgestimmt werden. Dies erfordert, eigene Interessen zeitweise zurückzunehmen sowie Verständnis, Nachsicht und Toleranz zu zeigen. Beide Elemente, Fairness und Kooperation, sollen zu prinzipiellen Werthaltungen führen, die über den Schulsport hinaus gelten.
Im Lerngebiet Umwelt sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass die Umwelt die Grundlage für ihre sportlichen Aktivitäten darstellt. Sie lernen den angemessenen und sorgfältigen Umgang mit vorgefundenen Umweltbedingungen und den für die Sportausübung erforderlichen Geräten kennen. Umwelterziehung im und durch den Sportunterricht beabsichtigt die Schülerinnen und Schüler zu einer umweltorientierten, verantwortungsvollen Lebensgestaltung zu führen, in der auch umweltverträgliches sportliches Handeln über den Schulsport hinaus seinen Platz hat.
Im Lerngebiet Leisten/Gestalten/Spielen werden diese drei wesentlichen Sinnrichtungen an ausgewählten Sportarten und Sportbereichen umgesetzt. Leisten bedeutet sportliches Handeln und orientiert sich nicht ausschließlich an Wertungstabellen und -richtlinien, sondern auch an subjektiven Kriterien des individuellen Lernzuwachses und der Leistungsbereitschaft. Leistung und Leistungszuwachs können das Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler stärken. Gestalten wird im Sportunterricht als die Fähigkeit verstanden, Bewegungsmöglichkeiten kreativ und variantenreich auszuführen. Das Spiel lebt im Wesentlichen von der Ungewissheit seines Ausgangs und von der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen innerhalb vorgegebener Spielregeln, aber auch vom Anpassen von Spielidee und Spielregeln an unterschiedliche, ständig wechselnde Voraussetzungen.
Lernen im Sportunterricht bedeutet nicht nur Bewegung (motorischer Aspekt), sondern auch Reflexion und Bewusstheit (kognitiver Aspekt), Erleben und Empfinden (affektiver Aspekt) sowie Engagement und Einsatz (motivationaler Aspekt). Ausgehend vom Exemplarischen und Elementaren soll besonders darauf geachtet werden, dass den Schülerinnen und Schülern die Zusammenhänge und die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen den Lerngebieten deutlich werden. Die Fachkompetenz und das Vorbild der Sportlehrkräfte sind in allen Lerngebieten wichtig. Die Sportlehrkräfte sollen den Sportunterricht zu anderen Fächern in Beziehung setzen und mit Lehrkräften anderer Unterrichtsfächer (z. B. Musik, Biologie) sowie mit außerschulischen Institutionen (z. B. den Trägern des Gesundheitswesens und des Sports) zusammenarbeiten. Die Inhalte gelten, sofern nicht gesondert festgelegt, sowohl für Schülerinnen wie Schüler.
Wenn es organisatorisch möglich ist, sollte der Sportunterricht nach Geschlechtern getrennt erfolgen. Wo eine Trennung nach Geschlechtern nicht möglich ist, kann der Unterricht koedukativ erteilt werden. Dafür sind über die sportfachlichen und organisatorischen Voraussetzungen hinaus allgemeine pädagogische Grundsätze verantwortungsbewusst anzuwenden. Es ist darauf zu achten, dass Lehrkräfte nur in solchen Sportarten Unterricht erteilen, für die sie eine Qualifikation nachweisen können. Der Lehrer muss in der entsprechenden Sportart ausgebildet und geprüft
sein, d. h., er muss entweder eine Ausbildung und Prüfung im Rahmen eines Studien- bzw. Ausbildungsgangs Sport oder die erfolgreiche Teilnahme an einem im Rahmen der staatlichen Lehrerfortbildung für den Sportunterricht durchgeführten Weiterbildungslehrgang (früher: Aufbau- bzw. Prüfungslehrgang) oder eine gültige Fach-Übungsleiterlizenz in der betreffenden Sportart nachweisen.
Auf die Angabe von Zeitrichtwerten für die Unterrichtsplanung wurde verzichtet, da die Lehrplaninhalte in unterschiedlicher Gewichtung berücksichtigt werden können. Für das Erreichen der Ziele des Fachunterrichts (Darbietung, Erarbeitung, Einübung und Wiederholung des Lehrstoffs, Beobachtung des Lernfortschritts, praktische und mündliche Leistungsnachweise) rechnet der Lehrplan bei zwei Wochenstunden mit ca. 66 Unterrichtsstunden im Schuljahr. In den darüber hinaus verfügbaren Stunden ist der pädagogische Freiraum enthalten, der z. B. für zusätzliche Sportangebote ("Schnupperangebote") u. v. m. genutzt werden kann.
Die Gesamtnote für das Schuljahr wird gebildet aus den Noten der hierfür ausgewählten Lerngebiete. Neben dem Lerngebiet Leisten/Gestalten/Spielen wird ein weiteres Lerngebiet der Sportnote zugrunde gelegt. Die mess- und wertbaren Leistungen dürfen jedoch nicht der einzige Maßstab für die Beurteilung sein. Die Leistungsbereitschaft, der Einsatzwille und das Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler in der Gruppe sowie die konstitutionelle Veranlagung sind in pädagogisch verantwortlicher Weise angemessen zu berücksichtigen.